lilly22 hat geschrieben:
Hallo an alle hier im Forum,
zunächst einmal - ich bin neu hier und es war sehr erschreckend, aber auch ein bißchen beruhigend für mich, wieviele Menschen doch an Hashimoto leiden! Dieses Forum ist echt super und hat mir in den letzten Wochen echt geholfen, nicht ganz zu verzweifeln und mir auch Mut gegeben, solange keine Ruhe zu geben, bis ich einen Arzt gefunden habe der mir helfen kann.
Angefangen hat bei mir alles im Dezember 2008 mit Nacken- und Kopfschmerzen, Schwindel, innere Unruhe, Kribbeln in Armen und Beinen, ...!
Damals ist schon eine Welt für mich zusammengebrochen. Bis dahin hatte ich doch nie solche gravierenden gesundheitlichen Probleme. Ich war zu dieser Zeit gerade 29 Jahre alt, habe zwei gesunde Kinder, einen lieben Mann, eine tolle Familie, liebe Freunde und auch mit der Arbeit hatte ich gerade nach meinem Erziehungsurlaub (Sohn wurde im August 2007 geboren) wieder begonnen. Alles war also bislang in bester Ordnung, bis zu dem Tag, als plötzlich die o.g. Symptome auftraten und einfach nicht mehr weggehen wollten.
Ich wurde dann von meiner Hausärztin von Arzt zu Arzt geschickt. Verdacht auf MS, ein Bandscheibenvorfall der HWS ... sollte ausgeschlossen werden. Dazu wurde ein MRT vom Kopf und HWS gemacht, ... Doch alles war in Ordnung. Selbst Termine beim HNO-Arzt, Zahnarzt, Neurologen ... brachten, bis auf eine Störung des Gleichgewichtsorgans, keine Diagnose. Zusätzlich stellte meine Hausärztin noch fest, dass meine Schilddrüsenwert wohl nicht in Ordnung seien und verschrieb mir zunächst 50-er Euthyrox. Doch sie versicherte, dass meine Probleme nicht von den Schilddrüsenwerten kommen. Ich begann diese Tabletten also ordnungsgemäß zu nehmen, doch trotzdem stellte sich zunächst keine Besserung ein.
Im Gegenteil, ich wurde unruhiger, weinerlich und war einfach nur noch verzweifelt, dass sich mein gesundheitlicher Zustand nicht endlich bessert. Etliche Termine beim Orthopäden zum einrenken brachten ebenfalls keine Besserung. Darüber hinaus habe ich ein kleines Vermögen in Termine beim Heilpraktiker investiert, welche mich aber irgendwie nur noch mehr durcheinander gebracht haben. Das schlimmste für mich war, dass keiner bemerkt hat, dass diese ganzen Probleme nicht nur von der HWS gekommen sind und ich hingestellt wurde, als hätte ich psychische Probleme. Klar kamen irgendwann Selbstzweifel dazu und eine gewisse Angst, dass es mir nie wieder besser geht und ich mich nicht mehr um meine Kinder, Familie, Freunde ... kümmer kann.
Nach 3 Monaten der Einnahme von Euthyrox ging es mir dann plötzlich besser. Ich hatte überhaupt keine Probleme mehr und konnte endlich wieder leben. Und ich bin mir im Nachhinein sicher, wenn mir nur irgendjemand gesagt hätte, dass ich Hashimoto habe und diese Probleme auch davon kommen können, wäre ich sicher nicht ganz so verzweifelt gewesen in dieser Zeit. Bei einer Blutkontrolle zwischendurch wurden mir dann von meiner Hausärztin Euthyrox 75 verschrieben, welche ich dann auch super gut vertragen habe. Ich fühlte mich einfach wohl und habe den ganzen Sommer über keine Probleme gehabt.
Bei einer Kontrolle im August 2009 verschrieb mir meine Hausärztin dann Euthyrox 100. Meine Blutwerte wären zwar ok (TSH 1,97) aber ich sollte irgendwann dann doch die höhere Dosis nehmen. Da es mir gut ging und ich bis dahin keine weiteren gesundheitlichen Probleme hatte, nahm ich zunächst die 75-er Tabletten weiter. Erst als ich Ende September von Nackenschmerzen und Kopfgelenkbeschwerden geplagt war und mir keiner so richtig helfen konnte, fing ich an, die 100-er Euthyrox einzunehmen. Dies war im Nachhinein betrachtet mein größter Fehler überhaupt. Denn meine Kopfgelenksbeschwerden (begleitet mit starken Kopfschmerzen und Augenbeschwerden) waren sicher durch meine falsche Arbeitshaltung jeden Tag am PC verursacht worden. Eine plötzliche Besserung dieser Beschwerden trat dann auch schon mit meinem ersten Besuch beim Ostheopathen auf.
Nun hatte ich endlich wieder einen freien Kopf, bis nach ca. 3 Tagen der Einnahme der höheren Dosis der Euthyrox plötzlich wieder Schwindel, plötzliche Sehstörungen auf einem Auge, furchtbare innere Ruhe, Schmerzen im Brustkorb, Rückenschmerzen und ein ganz komisches Gefühl im Kopf (wie verwirrt oder betrunken) auftrat. Ich nahm diese Dosis dann 3 Wochen und es wurde immer schlimmer und ich konnte innerlich überhaupt nicht mehr zur Ruhe kommen. Ich war dann einfach kein Mensch mehr, was durch die vielen Arztbesuche in dieser Zeit noch bestärkt wurde. Keiner hat etwas gefunden, was diese Symptome verursacht. Ich selbst hatte innerlich das Gefühl es könnte mit meiner Schilddrüse und den Hormonen zusammen hängen, aber meine Hausärztin wollte mich nicht zum Nuklearmedinziner überweisen, bis ich dann auf Drängen durch meinen Orthopäden endlich eine Überweisung bekam. Beim Nuklearmediziner wurde dann Hashimoto diagnostiziert. Für mich war das kein Grund zur Beunruhigung, da der Arzt das alles nicht als Auslöser für meine Beschwerden gesehen hat. Im nachhinein bin ich sehr enttäuscht von diesem Arzt. Es war eigentlich wie eine Art "Massenabfertigung" ohne richtige Auswertung.
Alles was ich nun wußte war, dass ich eine wohl "harmlose" Hashimoto-Krankheit habe. Ich war von diesem Tag an einfach nur noch verzweifelt, hatte dann Tage an denen ich nur noch weinen mußte. Irgendwie interessierten keinen meine Probleme und jeder hielt mich für einen Hypochonder, der sich nur noch auf seine Krankheiten konzentriert und es liebt, jeden Tag im Wartezimmer eines anderen Arztes endlich auf eine ordentliche Diagnose/Beratung zu warten. Zuhause und bei Freunden fand ich zum Glück die erforderliche Unterstützung und wurde nicht belächelt, obwohl ich mir manchmal selbst sehr blöd vorkam, immer wieder meine Beschwerden zu schildern. Am schlimmsten wurde es dann, als jeden Tag andere Symptome dazukamen, welche ich nicht einordnen konnte. Irgendwann bekam ich dann auf Drängen noch einmal eine Überweisung zu einer Augenärztin wg. meiner ständigen Sehstörungen. Diese stellte zwar fest, dass meine Augen zu 100 % in Ordnung sind, jedoch gab sie mir den Tip, dass die ganzen Beschwerden auch von einer Überdosierung der Euthyrox kommen können. Das war dann endlich eine Bestätigung für mich und nach Rücksprache mit meiner Hausärztin setzte ich die Euthyrox zunächst ab.
Und siehe da, nach 2 Tagen ging es mir wieder richtig super. Ich war wieder ein Mensch und fühlte mich für ca. 1 1/2 Wochen richtig super. Eine Nachfrage bei meiner Hausärztin, ob ich die Euthyrox denn wieder einnehmen soll, verneinte sie (trotz Hashi-Diagnose). Und so rutschte ich wohl jetzt wieder in eine furchtbare Unterfunktion. Es fing wieder an mit Schwindel, einem Schwächegefühl im ganzen Körper, einem Verwirrtheitsgefühl im Kopf, Kribbeln im ganzen Körper, Druck im Rippenbereich, Luftnot, Magen-Darm-Beschwerden, trockene Haare, hoher Puls, niedriger Blutdruck, Stimmungsschwankungen, Halsschmerzen, rauhe Stimme nach etwas längerem Reden ... Das schlimmste war, dass alle diese Symptome im täglichen Wechsel auftraten und ich es mir schon kaum noch traute, irgendwem zu erzählen.
Nun kamen jedoch vor 4 Wochen auch noch ganz extreme Muskel-, Gelenk- und Sehnenschmerzen hinzu. Anfangs war es noch auszuhalten aber die letzen 2 Wochen war es Horror (vor allem an verregneten Tagen). Meine Hausärztin stellte lediglich fest, dass meine TSH-Werte wohl derzeit sehr schwanken (nachdem ich erst bei 1,97 war mit 75-er Euthyrox, dann nach 2 Wochen-Einnahme von 100-er plötzlich bei TSH 1,0, nach zwei Wochen ohne Einnahme dann bei TSH 1,57). Sie wollte mir jedoch nicht glauben, dass ich solche gesundheitlichen Probleme trotz "Normwerten" habe. Nachdem meine Hausärztin mich also wieder nur belächelt hat und es auf die allgemeine November-Depressions-Stimmung geschoben hat, nahm ich alles selbst in die Hand. Ich ließ mich von einem bekannten Arzt auf Drängen zu einem Nuklearmediziner/Endokrinologen überweisen und bekam zum Glück relativ schnell einen Termin.
Und dieser hat mich endlich einmal über Hashimoto aufgeklärt und mich beruhigen können. Mein TSH-Wert war mittlerweile innerhalb einer Woche von 1,57 auf 5,6 gestiegen und der Arzt meint, dass dies schon alles bestätigt. Sicher gibt es bestimmt Hashi´s die mit noch höheren Werten zu kämpfen haben, aber mich hat dieses ganze Hin- und Her schon fast umgehauen. Noch dazu hat der Arzt mich darüber informiert, dass das von meiner Hausärztin empfohlene Absetzen der Anti-Baby-Pille gleichzeitig mit dem Absetzen der Euthyrox-Therapie wohl nicht gerade günstig für meinen Körper war und ich somit alles durcheinander gebracht habe. Er versucht mich jetzt endlich richtig einzustellen und ist sich sicher, dass ich im Sommer, als es mir gesundheitlich so super ging, bereits die richtige Einstellung für mich gefunden hatte.
Er hat über meine Hausärztin nur den Kopf geschüttelt und nicht verstanden, warum ein Patient ohne gesundheitliche Probleme in der Hormondosis verändert wird. Nun muß ich wohl etwas Geduld haben. Nach Einnahme einer halben 75-er Euthyrox für eine Woche, nehme ich jetzt seit 2 Tagen eine Dreiviertel 75-er. Dies soll ich für zwei Wochen so beibhalten und dann steigern auf eine ganze 75-er. Mir geht es seit 3 Tagen nun etwas besser, zumindest habe ich derzeit keine Muskel- und Gelenkschmerzen und insgesamt wieder mehr Kraft. Nur manchmal, meist wenn ich ins Kalte raus gehe, habe wieder so ein Verwirrtheitsgefühl im Kopf. Das ist zwar auch schwierig auszuhalten, aber ich probiere mich so gut wie es geht durch Hilfe meiner Familie und Freunde abzulenken. Nun hoffe ich darauf, dass ich bald beschwerdefrei leben kann.
Es wäre schön, wenn mir jemand berichten könnte, ob es ihnen ähnlich ergangen ist. Ich hatte zwischendurch sämtlichen Mut verloren und hatte wahnsinnige Angst in Depressionen zu verfallen. Auch mein Vertrauen zu allen Ärzten ist mittlerweile stark gesunken. Erst das Buch "Mein Leben mit Hashimoto" hat mich wieder ein bißchen aufgebaut und ich habe es selbst in die Hand genommen. Ich kann nur allen empfehlen, sich nicht als psychisch krank abstempeln zu lassen! Sicherlich erfordert die Einstellung mit Hormonen immer etwas Geduld aber wenn einem gar keiner helfen will, zehrt das sehr an den Nerven!
Also Ihr lieben Hashis! GEBT NICHT AUF!!!! Ich werde es auch nicht tun und hoffe ich erhalte vielleicht ein paar Antworten von Hashi´s denen es ähnlich erging! Trotzdem mein Bericht sehr lang ist, habe ich wahrscheinlich die Hälfte vergessen (vor allem kleinerer Symptome, die man dann bei dem ständigen Hin- und Her einfach vergißt aufzuzählen).
(Ach so - zusätzlich wurde noch eine Fructose-Intoleranz festgestellt - betrifft das noch jemanden? Habe gelesen, dass dies auch oft mit Hashi zusammen hängt)
hallo lilly !
ich habe mal versucht, deinen tread etwas zu gliedern, da es mironst unmöglich ist, mich durch durch diese vielen zeilen, die du in einem durch geschrieben hast einzulesen.
bitte nächstes mal, nicht wieder soooo lange schreiben - eher kruz, aber dafür übersichtlicher - es kann sein, dass dir deswegen auch niemand geantwortet hat.
zuerst einmal willkommen im forum. wie ich gelesen habe, hast du seit hormonverschreibung einen schnelle dosiserhöhung und dann wieder reduktion bzw pause gemacht - was deinem körper zu schaffen macht.
ausserdem das absetzen der pille, welche normalerweise bei einnahme meist auch eine höhere hormondosis erfordert. ich nehme mal an, dass du dadurch eventuell in eine ÜF gerutscht bist.
das deine werte durch das absetzen der hormone wieder schlecht geworden sind ist ganz normal und du solltest jetzt wie dein arzt schon gesagt hat, mit einer niedrigen dosis beginnen und danach langsam steigern. wenn du eine konstante dosis einnimmst (ich denke das wird dann bei 75 µg sein) warte auf jeden fall 4-6 wochen, ehe du eine neuerliche wertekontrolle machen läßt. erst dann kann man erkennen ob eine weitere steigerung angemessen ist oder du diese dosis weiternehmen sollst.
ausserdem kann es sein, dass es zu einer erstverschlechterung deiner symptome kommen kann - bitte nicht aufgeben, da muss man durch. die einstellungszeit dauert nunmal seine zeit - bei mir 1 1/2 jahre. deine rückenschmerzen und auch die augenbeschwerden kommen wahrscheinlich ebenso von der sd, viele von uns hatten auch diese symptome.
bzgl intolleranzen und allergien wurde von vielen hashi das gleiche berichtet. auch ich habe eine histaminintolleranz. ebenso können auch weitere autoimmunerkrankungen auftreten.
also kopf hoch, wird schon werden
bitte lass dir immer die werte von arzt geben und hebe sie auf, damit du auch eine zusätzliche kontrolle über deine werte und dein befinden dazu hast. vielleicht kannst du dir eine tabelle anlegen, wo du deine werte, deine dazugenommene dosis sowie dein befinden einträgst - damit du eine gewisse übersicht bekommst.
aber bitte, hab geduld auch eine erhöhung um 25µg kann schon arge beschwerden bzw erstverschlimmerung machen.
http://www.kit-online.org/Die-Einstellungszeit
wichtig bitte immer die freien werte machen lassen.
lg
MAUS