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Irgendwer hat mal gesagt, die größte erogene Zone befindet sich im Kopf. Das musste ich erst lernen. Anders als ein Mann springe ich noch lange nicht an, wenn man mir irgendwo hintapst… Im Kopf muss es passen. Und oft bringt man sich selbst bei, auf zu viele andere Sachen zu achten, als auf das, was beim Sex gerade abläuft. Das hat etwas mit der Programmierung des Unterbewusstseins zu tun. Man kennt das aus anderen Bereichen: wenn man zb Vokabel lernt, und nebenbei Musik hört, kann es passieren, dass man statt des passenden Vokabels sehr gut das Lied im Kopf hat, das man beim Lernen gehört hat, aber nicht mehr das richtige Wort.
Oder dass man – ohne jemals echte schlechte Erfahrungen gemacht zu haben – Höhenangst hat, oder Angst vor Schlangen und Spinnen. Man assoziiert sozusagen falsch. Man kann zB, wenn man an Weihnachten denkt, das mit dem ganzen Streß verbinden, oder mit dem Spaß an den Vorbereitungen, den man daran hat. Ganz so, wie das Unterbewusstsein trainiert wurde, dass es beim Reizwort „Weihnachten“ reagieren soll. Oder man reagiert auf den Arbeitsplatzverlust mit massiven Existenzängsten, weil man das so gelernt hat. Obwohl die Chance, das man verhungert oder obdachlos wird, gerade in Österreich (oder Deutschland) sehr, sehr gering ist.
Ich hab noch ein Beispiel: jedes Mal, wenn man einen bestimmten Geruch riecht (kann alles Mögliche sein), und man hat dazu eine negative Erfahrung gemacht, dann wird einem Übel. Obwohl andere diesen Geruch vielleicht super toll finden.
Ich hoffe, ich konnte rüber bringen, was ich meine.
Und genauso läuft das beim Sex. Wenn ich also jedes Mal beim Sex an den Haushalt, oder an die Schulden, an die Kinder, was auch immer denke, dann wird mein Unterbewusstsein daraus lernen, dass es das ist, woran ich zu denken wünsche – und mir jedes Mal ungebeten diese Gedanken eingeben. Das ist blöd, aber so läuft das.
Wenn ich also immer mit Lustlosigkeit auf Sex reagiert habe (wegen der echten Lustlosigkeit, die die UF hervorgerufen hat…), und mit einem: „ich machs für ihn, aber eigentlich maaag ich gar nicht“, dann ist das Unterbewusstsein darauf trainiert, auch in Zukunft mit einem „ich mag nicht“ zu reagieren. Und das wird mir keine Erregung gestatten.
Wie man sich umpolt, ist schwer zu sagen. Ganz bewusst auf jeden Fall, und indem man sich hineinsteigert. Indem man sich anfangs vormacht, dass es nichts tolleres gibt, als gerade im Moment Sex zu haben. Man kann sich das wirklich einreden! Und, wie ich schon vorher geschrieben habe, indem man von außen Reize sammelt. Und wenn ich mir lang genug gesagt habe, dass ich doch mag, dann wird das Unterbewusstsein das lernen, als neue Information, und die alte, falsche, sozusagen überschreiben – und dementsprechend wird mein Körper reagieren.
So zumindest erlebe ich das. Wie gesagt: ich mag noch immer nicht andauernd (um ehrlich zu sein, sogar recht selten – wenn es nach ihm geht), aber ich kann mich ganz gut dazu motivieren, wenn es denn sein soll, Spaß daran zu haben. Und auch wenn mein Körper noch immer nicht ganz spontan mit Erregung reagiert, es klappt doch immer besser, sodass ich mich zumindest „dabei“ hineinsteigern kann.
Was für ihn natürlich bedeutet, dass er mehr Arbeit hat… *grins*!
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