Hallo Carla,
im wesentlichen hat sich bei mir seit dem langen posting nichts verändert.
Ich gebe Deinem Arzt insofern recht, dass eine unbehandelte SD Überfunktion schlimme Folgen haben kann. Aber Du machst ja etwas gegen die Überfunktion, oder?
Ich habe mich nach meinem 4. Rezidiv damit abgefunden, mein Leben lang Thiamazol nehmen zu müssen, zumindest solange ich es gut vertrage und die Leber mitspielt. Dann habe ich doch begonnen, das Thiamazol abzusetzen, aber sehr, sehr langsam und vorsichtig (und begleitet mit Homöopathie, mit der mir eine Absenkung der Antikörper-Werte gelungen ist - die Schulmediziner glauben noch immer nicht daran). Dann habe ich ca. 3 Jahre lang nur mehr 1/4 Tablette pro Woche genommen, bevor ich es ganz weggelassen habe. Also mein erster Rat: nimm Thiamazol, schau, dass Du gute Werte hast, und setz es nicht zu schnell wieder ab.
Ich habe vieles auch dem 3. Rezidiv umgestellt, und das 4. war dann relativ harmlos. Vielleicht gelingt Dir das auch so, die stressreduktion geht auch nicht ganz so schnell. In meiner Ernährung habe ich einerseits ganz auf vegetarisch umgestellt, mittlerweile bin ich schon zu 90% vegan unterwegs. Mir taugt das und ich fühle mich sehr wohl dabei. Noch immer schaue ich darauf, dass ich möglichst kein jodiertes Speisesalz zu mir nehme (das ist leider bei so manchen Fertigprodukten noch immer verarbeitet, auch wenn 100% bio oder 100% natur draufsteht - was dann ja eigentlich nicht stimmt). Ich lese wirklich jede Zutatenliste, wenn ich etwas nicht kenne. Ich kaufe auch nur mehr Bio-Gemüse und Bio-Obst, weil ich einfach keine Gifte mehr zu mir nehmen will.
Das ist es im Wesentlichen, ich kann natürlich nicht garantieren, dass das für jede/n hilft, jeder Körper ist und reagiert anders.
Was ich auch gemacht habe: eine Psychotherapie, die hat mir sehr gut getan. Dass in Folge davon meine Scheidung gekommen ist, mag zusammenhängen... Diese war aber notwendig und ist auch friedlich verlaufen... Meine Kinder sind jetzt auch schon längst erwachsen, was natürlich auch den "Erziehungsstress" wegfallen lässt.
Mein Leben ist wieder ganz normal, ich arbeite - manchmal sogar sehr viel, manchmal ist es auch stressig, da muss ich mich dann halt bremsen. Und ich betreibe viel Sport (Schifahren, Radfahren, Fitnessstudio), teilweise auch sehr intensiv. Und ich fühle mich mit allem pudelwohl, und zum Glück schiebe ich auch nicht mehr alles auf die Schilddrüse, auch wenn es mir einmal nicht ganz so gut geht.
Du hast eine schwierige Entscheidung vor Dir, die Dir auch keiner abnehmen kann. Aber wenn Du keine belastende Symptome hast und eine Überfunktion schnell in den Griff bekommst, spricht das meines Erachtens gegen eine "definitive Behandlung". Eine OP ist immer auch ein Risiko, nach einer RJT musst Du auch jeden Tag das Hormon nehmen... Und wer weiß, vielleicht findet endlich jemand heraus, wie man den Basedow ganz sicher in den Griff kriegt (vielleicht war ich das schon ...

).
Und noch etwas: ich habe mir immer gesagt: wenn ich schwere Probleme mit der SD bekomme und es irgendwann gar nicht mehr klappt, kann ich mich immer noch operieren lassen...
Ich wünsche Dir alles Gute und eine gute Entscheidung!
Liebe Grüße
Peter