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Freundlichkeit und Zuhören sich kein Garant für einen guten Diagnostiker oder Therapeuten. Es sollte Standard bei jedem arzt sein. Ist es leider selten. Dass er sich so viel Zeit nimmt kann daran liegen, dass er sich bewusst ist, dass es ein schwieriges Terrain ist, dass viel Aufmerksamkeit verlangt, wo man mit Schnellschlüssen gern daneben greifen kann.
Vielleicht hat er deshalb auch nicht sofort eine Therapieentscheidung getroffen, sondern wartet erstmal ab bis alle Daten, Sonogramme und Bilder zusammen sind.
Wieviel wiegst du? Wieviel Thyroxin bekommst du. Hast du überhaupt bisher eine Therapie angeboten bekommen? Manchmal zeichnet sich die Haltung der Ärzte gegenüber Schilddrüsenproblemen auch durch Erfolgsvermeidung aus. Wenn z.B. vor 6 Monaten die werte auffällig waren und der Arzt nur "Abgewartet" hat, dann kann es jetzt einen autoaggressiven schub geben wegen Thyroxinmangel. Oder er hat dich im Frühjahr auf eine erste Thyroxindosis eingestellt und dich bis heute auf der Einsteigsdosis von 25 oder 50µg belassen. Das kann jetzt vor allen Dingen in der kalten jahreszeit unmöglich ausreichen, die SD muss dann selber sich noch mehr anstrengen und produziert antigene auf die dein Körper mit Autoaggression reagiert.
Selten verstehen das unsere Ärzte, die die SD veraltet als Jodmangelkropf immer noch (miss)verstehen. Dass man die immunologischen Vorgänge bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse u.U. sehr leicht durch Substitution der RICHTIGEN (heute meist etwas höheren) Dosis Thyroxin beruhigen kann, ist leider nicht Standardwissen in der Ärzteschaft.
Ich schlage vor, dass man bei der Facharztausbildung für Endokrinologie und Nuklearmedizin auch ausführliche Immunologievorlesungen besuchen und Prüfungen dazu ablegen sollte. WARUM? Weil heute Hashimoto zur Volkskrankheit avanziert ist, häufiger als Diabetes Typ I. Wahrscheinlich sind bereits 20% der Bevölkerung betroffen. Rein genetisch betrachtet kann das noch auf 40% ansteigen, wenn die Klientel fortgeschrittenes alter erreicht hat.
Ich rate dir deine Werte mehreren Zweitmeinungen zuzuführen. Lass sie dir immer aushändigen, auch die alten rückwirkend, und hefte sie ab. Zusammen mit deiner Historie (Blutwerte, SD-Grösse und Konsistenz im Vergleich zur jeweiligen Therapie) kann man leichter deinen jetzigen Zustand und Entwicklung verstehen.
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