Wie ist es Dir seitdem ergangen?
Finde erst heute zu deiner Frage. Ich hätte Dir damals empfohlen nach einiger zeit mit 75µg Thyroxin nochmal einen Ultraschall machen zu lassen. Manchmal kann man mit richtiger Dosierung des Schilddrüsenhormons die Schilddrüse wieder beruhigen, Knoten und Struma entwickelen sich dann nicht selten langsam zurück. Da ist natürlich Geduld wichtig. Auch die Überprüfung, ob die Dosierung stimmt ist wichtig.
Nach vollständiger Entfernung der SD (was oft gar nicht nötig wäre) bist du noch viel abhängiger von diesen Hormonen und der Fähigkeit sie richtig zu dosieren. SD-Krebspatienten können nach der OP 50% Behinderung und eine Haushaltshilfe beantragen. Warum wohl? Ohne eine Krebs-Diagnose bleibst du auf dich allein gestellt mit all den Insuffizienzen mit denen du dann konfrontiert wirst, auch wenn beiden Patientgruppen eines gemeinsam ist: Das Fehlen der SD.
Man sollte wenn irgend möglich die Schilddrüse zu bewahren suchen. Selbst wenn daraus u.U. noch wirklich Krebs würde, sind die KREBS-Heilungschancen durch eine solche OP auch später selten schlechter. Denn der Krebs metastasiert kaum bis gar nicht.
Jeder Patient sollte sich also ZEIT lassen, und gründlich überlegen,ob er einer OP zustimmt, die in Deutschland extrem häufig durchgeführt wird. Und der Krebsverdacht, wegen dem dann doch viele Patienten einer OP zustimmen, bestätigt sich in den seltensten Fällen.
Liess nach unter der website
http://www.sd-krebs.deHier EIN Zitat daraus bezüglich des erhöhten Krebsrisikos nach der Behandlung von SD-Krebs und der Diskussion, ob es durch die Therapien verursacht oder doch viel eher an der Gefahr liegt, suboptimal mit SD-Hormonen versorgt zu werden umd dadurch u.v.a. auch eine Destabilisierung des Immunsystems droht:
ZITAT aus obiger website:
"Die Studie (habe mir die englische Komplettversion durchgelesen, die ziemlich ins Detail geht, und viel Ursachenforschung betreibt), kommt ja auch zu dem Schluss, dass die RJT wohl nicht die alleinige Erklärung sein kann (schon deswegen, weil man als zweites so viele verschiedene Sorten Krebs bekommen kann), sondern diverse Faktoren, z.B., dass diese Patienten in ihrem Umfeld diversen Risikofaktoren ausgesetzt sind oder (noch nicht erschlossene) genetische Faktoren vorliegen, Beeinträchtigungen des Immunsystems, unausgewogene SD-Hormone ...
Der englische Artikel ist um vieles ausführlicher als der deutsche, denn wenn man nur diese kurze deutsche Zusammenfassung liest, fallen all die vielen Erklärungen und "Feinheiten" unter den Tisch ... "ICH rate deshalb so früh wie möglich einen TSH von um die 1,0 (nicht über 1,2, eher unter 1,0) anzustreben und dafür SD-Hormone zu substituieren. Nicht nur die Morphologie deiner SD sollte davon profitieren. Auch dein Immunsystem, deine Psyche, deine Leistungs- und Arbeits-, Fortpflanzungsfähigkeit...Dein gesamtes Standing in diesem Leben können wieder normalisieren.
WENN die SD einmal weg ist, wird die Hormonsubstitution eher noch schwerer. Viele erleben es nicht so wie von den Ärzten avisiert, dass sich alles bessert, sondern dass sich alles verschlechtert nach der SD-OP.
ABER..auch nach der SD-Komplettentfernung KANN man mit deutlich höheren Dosierungen von Thyroxin und der Kontrolle von Vitamin D, Selen, Eisen, Progesteron noch ein lebenswertes Leben hinbekommen.
Wer seine SD wie ich aufgrund eines Hashimoto verliert, muss erst wenn die SD eine kritische Grösse unterschreitet (5 ml) oder dann aber wenn sie ganz weg ist..oder im Ultraschall sichtbare SD-Reste nur noch aus Narbengewebe bestehen...mit solchen Folgen kämpfen. Deshalb mein Rat, wenn irgend möglich so lange wie möglich die Schilddrüse bewahren, entlasten durch Unterstützung mit extrem zugeführten SD-Hormon.
Unsere Organe sind nur auf eine Lebenszeit von ca 40 Jahren ausgelegt. Also wie bei einer MIELE-Waschmaschine. Nach Ablauf der Garantiezeit müssen wir uns sorgsamer um unsere einzelnen Organe kümmern. Die Abnutzung der Organe läuft individuell höchst unterschiedlich.
Der eine schiesst seine Bauchspeicheldrüse zuerst in den wind, weil er schon als Baby zuviel superzuckrigen Babytee zu trinken bekam..oder später in der Schule bereits Literweise Cola trank.
Menschen, die ihre Schilddrüse verfrüht opfern, sind oft eher feinfühlige, empfindsame Menschen, die Dinge spüren und verstehen, die vielen Menschen oft so erstmal nicht auffallen/wichtig sind im Alltag, lange Zeit. Meist strengen sie sich überproportional an, machen sich zuviele Sorgen in der Schule, im Studium, im Job. Sorgen sich zu viel um andere, pflegen Angehörige in den Tod, haben Todesfälle zu verkraften.
Gerade in der heutigen Leistungsgesellschaft nach dem Motto: "Nur die Harten komm in´n Garten" fackeln viele Schilddrüsen ab wie Zunder. Was früher ein Phänomen des Alters war ist heute schon in der Pubertät Thema.
Nur leider ist die SD schüchtern, versteckt sich, spielt sich nicht in den Vordergrund. Dass sie leidet, fällt meist erst Jahrzehnte später auf. Solange bekommen unsere Kinder Ritalin oder werden wegen Magersucht in die Psychiatrie gesteckt. Die Zunahme an adipösen Kindern sollte aber uns allen auffallen. Auch sind sie geistig quantitativ immer weniger belastbar. Demenz droht mittlerweile nicht mehr nur im Alter, sondern immer mehr Frauen ab 50. Ja sogar unsere Schulkinder sind immer häufiger heute schon betroffen.
Manchmal wünscht man sich man würde weniger wissen.
Nicht umsonst heisst schon in der Bibel: "Seelig sind die geistig armen".