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Du solltest davon ausgehen dass es von deiner Schilddrüsenerkrankung bzw der noch nicht abgeschlossenen Dosisfindung also dem noch nicht gefundenen Optimum an täglicher HormonDOSIS kommt. Anders als bei den meisten Erkrankungen ist es hier nicht nur notwendig, das richtige Medikament zu finden, sondern auch die individuelle Dosis muss ermittelt werden. Deshalb spricht man hier von Dosisfindung. Das kann längere Zeit in Anspruch nehmen.
Wenn du den Arzt nicht mehr konsultierst, weil du davon ausgehst, mit dieser ersten Thyrex-Dosis sei alles erledigt, dann kann er dir momentan nicht mehr weiterhelfen. Hat er Dir nicht gesagt, dass man daran länger arbeiten muss? Oder ist ihm das selber noch nicht bewusst? Manch ein Hausarzt der noch old school ausgebildet ist, ist dem Pgänomen Hashimoto noch nicht gewachsen, denn das war zu seiner Ausbildung im deutschsprachigen Raum kein Thema, sondern im GEGENTEIL der Jodmangelkropf.
Idealerweise steigert man die Schilddrüsenhormone so gut getacktet, dass die Symptome des Patienten eher verschwinden als dass neue hinzukommen. Bei Dir ist die Müdigkeit zwar verschwunden aber die Muskel- und Gelenkschmerzen sind dazugekommen. Das klingt noch nicht nach idealer Zieldosierung.
Ich hatte 20 Jahre mit diagnostiziertem Hashimoto KEINE Muskel und Gelenkschmerzen. Allerdings hatte ich bei Unterdosierung oder Nichttherapie schlimme Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, konnte meinen wissenschaftliche Arbeit nicht mehr zuende führen, weil er Gribbs plötzlich fehlte. Hatte 27 Jahre Kinderwunsch, auch mit IVF/IXCI nach geglückter Empfängnis Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft....
Das muss alles nicht sein, wenn DU auf deine Dosierung achtest. Nicht selten muss man den Arzt wechseln, dem man schon seid viele Jahren die Treue hält, wenn man nach der Diagnose und Einstellung mit Hormonen keine Besserung erfährt oder gar neue Symptome erleiden muss und dein Arzt den Zusammenhang mit der Schilddürse nicht sieht und deshalb auch nicht zielführend an der Dosierung weiterarbeitet. Vielleicht hilfst du mit indem du bittest die Dosisfindung weiterzuführen und die Thyrexdosis weiter zu optimieren. Lass dir öfter die Schilddürsnwerte kontrollieren solnage du noch symptome hast. Idealerweise im Winter, in der 2, Zyklushälfte, später am Tag. Man muss nicht nüchtern zur Blutabnahme um die Schilddrüse kontrollieren zu lassen.
All die Zusammenhänge hab ich erst im Laufe vieler Jahre realisiert. Immer wenn die Dosis geändert worden ist, konnte ich am eigenen Leib Veränderungen feststellen. Für die Verschlechterungen aber auch die Verbesserungen suchte ich anfangs immer andere Gründem, die sich grad plausibel anboten.
Heute nach 23 Jahren mit der DIAGNOSE Hashimoto weiss ich dass auch die Schmerzschwelle sinkt, es zu Muskel-, Gelenk-, Kopfschmerzen und zu Krämpfen der inneren Organe kommen kann. Manch einem schlägt es anfangs eher auf die Psyche. Andere bekommen geftige Gelenkschmerzen, manche erstmal nur (bis zu tagelang ununterbrochen) Migräne. Als meine Schilddrüse endlich ganz verschwunden war, konnte ich endlich so ziemlich das ganze Repertoire an Symptomen dieser Erkrankung kennenlernen, nachdem meine Ärzte meine T4-Dosis REDUZIERT hatten.
War ich zuvor sportlich und konnte ziemlich elastisch tanzen, hatte ich beim nächten Sommerfest anschleissend eine kaputte Hüfte. Das heilte erst wieder als Jahre später endlich Ärzte meinen höheren Bedarf an Schilddürsenhormonen realisierten-verstanden-akzeptierten. Seither verschwinden meine Schmerzen, meinen Gelenek werden wieder stabiler, meine Muskelschmerzen sind ziemlich den ganzen Monat weg. Und die Krämpfe der inneren Organe fokussieren mehr und mehr nur noch um die Periode herum.
Man kann bei Frauen sicher so manches künstliches Hüftgelenk sparen wenn man öfter an die Schilddrüse denkt UND die Hormontabletten besser einstellt.
Orthopäden, Chiropraktiker, Masseure besucht der Schilddürsenkranke meist umsonst. (Anfangslinderungen sind oft auf den Placeboeffekt zurückzuführen, die bei jedem Arztbesuch auftreten). Nackenverspannungen, Knieschmerzen, Hüftschmerzen, Schulterschmerzen solltest du alle mit einer besseren Einstellung mit Schilddürsenhormonen therapiert bekommen. Bis die richtige Hormondosis gefunden worden ist vergeht Zeit, in dieser benötigst du Abhilfe mit Schmerzmedimamenten, Wärme, kreislaufanregenden Massnahmen aller Art.
Einstweilen hilft mir Wärmflasche, Rotlicht, Johanniskraut-Rotöl, Aspirin udn Cayennepfeffer gut.
WICHTIG: für eine zielführende Schilddrüsen-Diagnostik ist, dass du deine Schmerzmittel vorher genau prüfst ob die auf die Schilddürse Einfluss haben, bzw besser eine Woche ganz weglässt vor der Blutkontrolle beim Arzt.
ASS/Aspirirn z.B. holt die Schilddürsenhormone vermehrt aus der Plasmaeinweissbindung. Damit werden also mehr Hormone für den Körper nutzbar, also aktiv. Damit kann man Unterfunktionssymptome für den Moment gut lindern. ABER es schönt auch die Schilddürsenwerte, die für eine zielführende Diagnostik und Dosisfindung nötig sind.
Gerade Schmerzpatienten haben sonst grosse Schwieriegkeiten je an ihre Zieldosis zu gelangen.
Kaffee und koffeinhaltige Getränke kurz vor der Untersuchung dagegen wirken anders rum, können bei einer evt noch unklaren Situation, das Zünglein an der Waage sein, dass der Handlungsbedarf früher erkannt werden kann. Ansonsten läuft der Patient nicht selten jahrelang mit solchen Symptomen rum und bekommt keinen Hilfe von den Fachärzten, die als einziges Hilfe einem Schilddrüsenkranken anbieten können.
Blutuntersuchungen frühmorgens und in der ersten Zyklushälfte sind auch nicht gerade günstig für eine Einschätzung der Schilddrüse. Gefährliche Schieflagen werden da trotzdem erkannt, aber die vielen,die noch in der Dosisfindung sind oder noch suboptmal eingestellt sind, werden möglicherweise vom Arzt dann übersehen.
Mein jetziger Professor für Endokrinologie bestellt mich deshalb immer nachmittags zur Blutkontrolle. Ich achte darauf, dass es in meiner 2. Zyklushälfte erfolgt. Seither habe ich schmerzfreie Zeiten, die immer grösser werden. Das spart viel Schmerzmittel, von denen sich fast nur ASS/Aspirin oder Anserina potentilla als für mich hocheffektiv herauskristallisiert haben.
Cayennepfeffer und Wärmepflaster helfen auch. Ich trinke morgens einen Espresso mit Cayennepfeffer zur Schmerzlinderung und Kreislaufanregung.
Da ich offensichtlich so ganz ohne Schilddrüse einen hohen Bedarf an diesen substiuierten Schilddürsenhormonen habe, den viele Ärzte noch nicht so gewöhnt sind zu verordnen, habe ich entdeckt, dass ich durch das vorherige Zerkauen meiner Schilddrüsentabletten und Runterspülen mit Calziumarmen WASSER, inklusive verlängerter Resorptionszeit die verordneten Tabletten effektiver nutzen kann.
Die Antibabypille erhöht den Bedarf an Schilddrüsenhormonen. Vielleicht nutzt du selbige. Dann wäre es jetzt sinnvoll, eine nichthormonelle Verhütungsmethode zu überlegen.
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