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BeitragVerfasst: 03. Apr 2010 0:36 
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Registriert: 01. Apr 2010 13:58
Beiträge: 1
Hallo,
ich bin im Moment ziemlich ratlos und weiss nicht, ob ich Hormone nehmen soll oder nicht. Ich würde mich sehr über Euren Rat fragen.

Ich war bereits bei diversen Ärzten und habe sämtliche Blutwerte und Ultraschallergebnisse. Ich brauche nur eine grundsätzliche Meinung zur Einnahme von Schilddrüsenhormen bei Hashimoto.

Es geht darum, dass nicht klar ist, ob ich Schilddrüsenhormone brauche oder nicht.

Ich bin 38 Jahre alt, 1,58 cm groß und 54 kg schwer.

Ich weiss seit Januar 2009, dass ich Hashimoto habe. Zumindest habe das drei Ärzte diagnostiziert. Ich hatte zum damaligen Zeitpunkt leichte depressive Verstimmungen, fror viel und hatte Ödeme um die Augen herum. Diese Beschwerden habe ich nicht mehr. Im Moment geht es mir gut. Ich sehe keine ausgeprägten Unterfunktionssymptome.

Ich habe seitdem mit diversen verschiedenen Ärzten (Endokrinologen, Uniklinik, Radiologen, Frauenärzte einschließlich einer Spezialistin Hashimoto) gesprochen und mich untersuchen lassen, die meisten meinten letztes Jahr, dass meine Werte in Ordnung seien, die Antikörper waren nur bei 160. Trak waren unter der Grenze.

Ich habe vor drei Jahren ein Kind ein paar Wochen zu früh geboren, wegen vorzeitiger Plazentaablösung. Gott sei Dank ist alles gut gegangen.

Ich habe erneuten Kinderwunsch und habe meine Werte dann im Oktober beim Radiologen und im Dezember beim Frauenarzt untersuchen lassen.

Oktober:

TSH 0,64 (0,27-2,5)
FT3 3,09 (2,0 - 4,4)
FT4 1,09 (0,9 - 1,7)

Dezember:
TSH 1,71 (0,35-4,5)
FT3 3,0 (2,0 -4,2)
FT4 0,9 (0,8 - 1,5)

Die Ärzte fanden die Werte gut und meinten, es wäre alles okay. Ich bin dann im Februar beim ersten Versuch schwanger geworden. Der Eisprung war um den 13.02.2010. Am 23.02.2010 war ich bei meiner Endokrinologin (da wusste ich noch nicht, dass ich schwanger war), die meinte zu dem 1,71 von Dezember das wäre völlig okay auch bei Kinderwunsch, sonst würde ja keiner mehr schwanger werden.

Sie nahm dann nochmal neue Werte ab.

Am 02.03.2010 war mein Schwangerschaftstest positiv. (clearblue digital). Ich war unsicher, weil meine Temperatur zwar nach dem Eisprung auf 36,6 gestiegen war, aber danach nicht mehr, also nach der Einnistung. DAs war bei meiner ersten Schwangerschaft anders. Außerdem hatte ich leichte Unterbauchschmerzen, ich hatte das bei meiner ersten Schwangerschaft glaube ich nicht.

Am 3.3. war ich bei meinem Frauenarzt, der sagte, ich solle eine Woche später wieder kommen. Leider hat er weder die Schilddrüsenhormone noch das HCG kontrolliert. Ich fühlte mich weiter irgendwie unsicher und habe One-STep-Schwangerschaftstests gemacht, die aber alle negativ waren. Am Freitag, den 05.03. hielt ich es nicht mehr aus und ließ in einem labor einen HCG-Test machen, gleichzeitig machte ich einen Testamed Test, der zeigte erst nach 15 Minuten etwas an. Das HCG war nur 10 und am Sonntag darauf ahnte ich noch mehr, dass etwas nicht stimmt. Dann bekam ich Schmierblutungen, der HCG am Montag darauf war nur noch an der Grenze bei 4. An dem Morgen erfuhr ich auch die Werte von der Endokrinologin:

Werte vom 23.02.2010

TSH 2,55 ( 0,3- 3,5)
FT 3 3,7 (2,5-6,2)
FT 4 13,2 (11,0-23,0)

Originalton der Endokrinologin:
Hätte die Schwangerschaft geklappt, dann würde ich jetzt nichts tun, aber da sie ja nicht mehr schwanger sind und Kinderwunsch, sollten wir den TSH-Wert schon gegen 1 korrigieren. Nehmen Sie 50 µg Thyroxin und kommen sie in acht Wochen wieder. SIe warf mir noch vor, warum ich am Tag der Menstruation einen Schwangerschaftstest gemacht habe...

Ich habe dann beim Frauenarzt nocheinmal die Werte nehmen lassen, die waren folgendermaßen:

Werte vom 08.03.2010

TSH 2,56 (0,35 - 4,0)
FT3 3,3 ( 2,0 -4,2)
FT 4 1,0 (0,8 - 1,5).

Der Frauenarzt meinte zu dem Wert vom 23.02. da wäre er auch nicht glücklich mit. Als er mir die Werte vom 08.03. mitteilte, meinte er, das wäre doch alles okay.

Eine auf Hashimoto spezialisierte Endokrinologin sagte, die Werte wären viel zu hoch und ich müsse dringend Hormone nehmen. Es könne sein, dass der Wert in der Zeit zw. dem 23.02. und dem 08.03., also in der Zeit, wo ich schwanger war, hoch geschossen sei und die Fehlgeburt dadurch ausgelöst worden sein, normalerweise würde das eher in späteren Schwangerschaftswochen sein, aber das könne man nicht genau sagen.

Ich habe keine Symptome, mir geht es gut, ich hatte Angst, jetzt Schilddrüsenhormone zu nehmen, zumal man mir auch sagte, dass es sein könne, dass die Schilddrüse abschalte und ich dann, wenn ich nicht hoch dosiere, in eine Unterfunktion rutsche, es könne sogar sein, dass mein gesamter Zyklus durcheinander gerate, das könne mehrere Monate dauern, bis man das im Griff habe, das Risiko wäre aber nur 10 %.

Da mich das alles verunsicherte, habe ich noch einmal den Radiologen von Oktober angerufen und der sagte mir, ich solle noch mal zur Blutabnahme kommen.

Dort war ich nun am 11.03.2010. Er hat auch einen Ultraschall gemacht und sagte, die Schilddrüse habe sich seit Oktober nicht verändert. Die Endokrinologin meinte, die Schilddrüse habe sich ein bisschen verändert nach einem Jahr. Der Radiologe meinte auch, es könne auch sein, dass ich einen verheilten Morbus Basedow habe, er will sich nicht ganz auf Hashimoto festlegen.

Ergebnis Mitte März beim Radiologen.
TSH 0,89 (0,27 - 2,5)
FT3 2,78 (2,0 -4,4)
FT4 1,14 ( 0,9 - 1,7)

Der Radiologe meinte, es wäre alles in Ordnung und ich solle bloss keine Hormone nehmen. Wem soll ich noch glauben? Ich sagte, das ich Angst habe, dass die Fehlgeburt dadurch ausgelöst worden ist, er sagte, der Wert könne nicht so schnell in der Schwangerschaft steigen.
Aber ich weiss nicht, ob das stimmt.

Er ist in drei (!) Tagen von 2,56 auf 0,89 gefallen, dann kann er doch auch in der Schwangerschaft schnell steigen, zumal ich an ES +10 2,55 hatte und am 08.03.2010 2,56. Wer weiss, wie hoch der Wert dazwischen war.

Ich habe dann die beiden Ärzte gebeten, sich miteinander zu unterhalten, sie hatten ja ganz gegensätzliche Meinungen.

Das haben sie auch getan. Dann rief mich die Endokrinogin an und meinte, dass ich dann erstmal keine Hormone nehmen solle. Ich war darüber sehr verwundert, denn sie war die ganze Zeit felsenfest davon überzeugt, dass ich Hormone nehmen solle. Sie sagte, es könne sein, dass dann bei mir der Zyklus durcheinander gerate und so könne ich ja erst mal schwanger werden. Ich könne ja in ein paar Wochen noch einmal die Werte nehmen lassen.

Ich sagte, ja aber wenn ich schwanger werde, dann brauche ich doch Hormone, ja sagte sie. Ich: Ist es denn dann nicht besser, jetzt schon Hormone zu nehmen? Sie: Eigentlich schon, aber es kann auch einiges durcheinander geraten.

Ich habe heute noch einmal mit beiden Ärzten gesprochen, sie bleibt dabei, ich müsse Hormone nehmen, aber es könne durchaus sein, dass dann mein gesamter Zyklus durcheinander geht. Ich möchte meine Schilddrüsenhormone nicht monatelang einstellen, vor allem nicht, wenn es vielleicht gar nicht nötig ist.
Sie möchte, dass ich drei Tage 25 µg nehme, und dann nach drei Tagen auf 50 gehen soll, sie glaubt, dass meine Schilddrüse komplett abschaltet und ich dann bis zu 125 µg nehmen soll.

Der Radiologe rief mich wieder an und sagte, er wollte mich nochmal beruhigen. Er arbeite mit einem Frauenarzt zusammen, der ihm alle Schwangeren einmal in der Schwangerschaft schickt, um die Schilddrüse durchchecken zu lassen, auch wenn sie gesund sind. Heute wären wieder zwei Schwangere da gewesen und er wollte mir zu meiner Beruhigung einmal die Werte durchgeben. Die Schwangere wäre 26 Jahre alt und im 4. Monat und der TSH wäre bei 2,6, FT4 an der unteren Grenze, FT3 im Mittelbereich. Genau wie bei mir. Es sei normal, dass der Wert in der Schwangerschaft ansteige. Er sagte aber auch, dass der TSH bei jüngeren Menschen höher wäre.

Ich bräuchte auf keinen Fall Hormone und solle mir keine Sorgen machen. Ich habe ihn dann nochmal auf den niedrigen FT4 angesprochen und er meinte, das wäre ein ganz normaler Wert. Er hätte jeden Tag mind. 20 Schilddrüsenpatienten und bei allen würde der FT4 kurz über der Grenze liegen, das hätte fast jeder so.

Ich lese aber an vielen Stellen im Internet, dass die freien Werte an der oberen Grenze liegen sollen. Der Radiologe sagt, er hätte jeden Tag 20 Patienten und die Werte würden alle knapp über der Grenze liegen beim FT4.

Er glaube eher, dass die Fehlgeburt durch eine Chromosomenstörung entstanden sei oder durch die erhöhten Antikörper. Daran könne man aber nichts machen.

Auch in einer Schwangerschaft bräuchte ich keine Hormone, ich solle aber 200 µgSelen und 100 -200 µg Jod nehmen, die Schilddrüse brauche dies zwingend, das seien neue Studien aus China.

Aber das wiederum verstehe ich auch nicht, da doch überall gesagt wird, dass Jod bei Hashimoto die Antikörperbildung anheizt.

Die beiden Ärzte streiten sich auch darüber, zu welcher Tageszeit das TSH gemessen werden muss.

Wir haben für uns überlegt, eine Menstruation abzuwarten und dann wieder zu versuchen, schwanger zu werden.

Ich bin jetzt sehr ratlos und weiss wirklich nicht mehr, was richtig ist.

Wie kann es so unterschiedliche Meinungen geben?

Es muss doch irgendwo eine Richtlinie sein, die verbindlich ist und an der man ablesen kann ob man in einer Unterfunktion ist oder nicht.

Ist es wirklich okay, erst in der Schwangerschaft mit Hormonen anzufangen? Muss ich das überhaupt? Kann man das jetzt schon sehen?

Die Endokrinologin meinte, dann würde ich halt schnell hochdosieren, und einmal in der Woche eine Kontrolle machen, aber das könnte doch vielleicht auch nicht reichen.

Und wenn ich sowieso in der Schwangerschaft Hormone nehmen muss, dann kann ich doch auch jetzt schon anfangen.

Mein Zyklus ist sehr gut, der Eisprung war am 14. Tag, ich bin im zweiten Monat gleich schwanger geworden.

Mir geht es gut, ich habe keine Unterfunktionssymptome.

Der Radiologe sagt auch, dass er nicht sicher ist, ob ich Hashimoto habe, da die Schilddrüse von Oktober bis jetzt nicht an Volumen verloren hat. Die Endokrinologin sagt, dass die Schilddrüse geringfügig kleiner geworden ist, in einem Jahr. Die TPO waren im Feb. 2009 bei 162 und sind jetzt bei 138.

Ich nehme 200µg Selen seit ein paar Tagen, vorher habe ich alle paar tage 100 µg Selen genommen.

Ich weiss wirklich nicht mehr, an wen ich mich wenden soll und habe Angst vor einer weiteren Fehlgeburt. Wie kann der eine Arzt sagen, ich brauche gar nichts und der andere, ich brauche in ein paar Wochen 125 µg?

Ich bin gerne bereit, Hormone zu nehmen, auch wenn ich keine oder kaum Symptome habe, wenn es richtig ist und vor allem, wenn ich damit meinen Zyklus und meinen Körper nicht total durcheinander bringe, denn das kann ich jetzt überhaupt nicht gebrauchen. Aber wenn es wirklich nicht erforderlich ist, dann möchte ich das auch nicht machen.

Aber: Ich brauche endlich jemanden, dem ich vertrauen kann, es macht mich ganz verrückt so extrem widersprüchliche Meinungen zu hören.

Da mir alles sehr komisch vorkam, habe ich meine Werte nochmals bestimmen lassen, einmal beim Frauenarzt und einmal beim Radiologen, die FT3 und FT4-Werte waren ähnlich, der TSH-Wert total verschieden. Frauenarzt: 3,06, Radiologe 0,97.

Es stellte sich heraus, dass die beiden Labore mit verschiedenen Verfahren arbeiten, der Frauenarzt mit Roche, der Radiologe mit Abbot. Jetzt sind alle ratlos und es kann auch keiner mehr meinen Verlauf beurteilen, da es verschiedene Ärzte und Labore waren und ich vermute, dass es auch abwechselnden Verfahren waren.

Bei noch einer Untersuchung ein paar Tage später war der TSH bei 1,29, der FT3 im oberen Bereich, der FT4 bei 1,11, untere Grenze 0,9. Wieder anders...

Die Endokrinologin sagt, ein niedriger FT4 deutet auf jeden Fall auf eine UNterfunktion hin, der Radiologe sagt, dass der FT4 bei vielen auch Gesunden so erniedrigt ist. Im Internet kann ich keine wissenschaftliche Meinung darüber finden.

Was soll ich nun tun? Ich würde gerne noch keine Hormone nehmen, da ich Angst habe, dass mein Zyklus dadurch ganz durcheinander gerät. Aber, falls es doch in einer Schwangerschaft zu einer Unterfunktion kommt, kann ich dann schnell genug gegenlenken?

Die Endokrinnologin sagt, dass die Werte innerhalb von wenigen Tagen schlecht sein können, andere Ärzte sagen, das geht sehr langsam und ich könne dann immer noch Hormone nehmen.

Wie ist Eure Meinung dazu? Erstmal ganz vielen Dank fürs Lesen

Liebe Grüße
Sally


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BeitragVerfasst: 03. Apr 2010 1:34 
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Registriert: 20. Jan 2010 22:14
Beiträge: 14
Wohnort: Wien
Sally14 hat geschrieben:
Die Endokrinnologin sagt, dass die Werte innerhalb von wenigen Tagen schlecht sein können, andere Ärzte sagen, das geht sehr langsam und ich könne dann immer noch Hormone nehmen.

Dein Werte sind meistens an der Unterkante, somit kann es bei dir tatsächlich recht schnell gehen. Besonders dein fT4 ist ein Kandidat recht bald in eine Unterversorgung zu fallen und dann ist dein fT3 auch sehr schnell hinüber... denn ohne fT4 gibt es kein ausreichendes fT3.

Bei meiner Mutter ging es bei wesentlich besseren freien Werten sehr schnell! Im Sommer 2009 war ihr TSH zwar bei 16, aber ihre freien Werte noch im oberen Drittel (trotzdem hatte sie bereits starke Symptome). Anfang 2010 nun war ihr TSH bei über 50 und die freien massiv unter der Norm.

Mein TSH hingehen eiert schon seit Jahren an der Normgrenze herum und kam nie darüber hinaus. Außer jetzt im Februar, da steig mein TSH von 3.7 nun plötzlich auf 4.6... ich denke einmal, dass der Hormonmangel jetzt erst richtig bei mir in Fahrt gekommen wäre.

Im Grunde kann es dann also doch recht schnell gehen!


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