Patienten-Aufklärung zur
Transpalpebrale Dekompression bei der endokrinen Orbitopathie
___________________________________________________________________________
Sehr verehrte Patientin,
sehr geehrter Patient,
der Exophthalmus bei der endokrinen Orbitopathie („Glubschaugen“) kann zu einer starken körperlichen und seelischen Belastung führen.
Typische Symptome sind hierbei Druckgefühl hinter dem Auge, Kopfschmerzen, vermehrte Tränenneigung, gerötete Augen, Verschlechterung des Sehvermögens sowie das Auftreten von Doppelbildern.
Die Erkrankung wird meist durch eine vermehrte Fettansammlung und Verdickung der Augenmuskeln in der Augenhöhle bedingt, so daß der Augapfel aus seiner Höhle vorgedrückt wird. Dadurch wird eine Volumenzunahme in der Augenhöhle hervorgerufen.
Oftmals geht einer Operation eine medikamentöse Behandlung mit Kortison oder eine Strahlentherapie voraus.
Bei einer Überfunktion der Schilddrüse wird auch diese entsprechend behandelt.
Operationsverfahren:
Wie bereits erwähnt, ist in den meisten Fällen der Erkrankung eine vermehrte Fettzunahme in der Augenhöhle festzustellen.
Aufgrund dieser Tatsache wurde dieses Operationsverfahren 1984 an unserer Abteilung entwickelt, das zum Ziel hat, überschüssiges Fett in der Augenhöhle zu entfernen um dem Augapfel wieder Platz zu verschaffen.
Hierbei wird in allgemeiner Narkose ein Schnitt im Bereich des Ober- und des Unterlider gewählt und unter mikrochirurgischen Bedingungen das Fettgewebe aus den einzelnen Taschen in der Tiefe der Augenhöhle entfernt.
In einzelnen Fällen kann es notwendig sein, den Lidhebermuskel durch ein Transplantat aus dem Oberschenkel oder der Kopfhaut zu verlängern.
Bei viel Hautüberschuß kann etwas Lidhaut entfernt werden, wie es auch bei der Schlupflidoperation üblich ist.
Die Narben sind in aller Regel später unauffällig.
Mögliche Komplikationen:
Den Erfolg seiner Behandlung und ihre Risikofreiheit kann kein Arzt garantieren. Die allgemeinen Gefahren operativer Eingriffe wie Thrombose (Bildung von Blutgerinnseln und Embolien, Schlagaderverschlüsse durch verschleppte Gerinnsel), sind dank der Fortschritte der Medizin seltener geworden. Wir können mehr als früher dagegen tun.
Wundinfektionen und Heilungsstörungen die zu langwierigen und schmerzhaften Entzündungen sowie zu Gewebeverlust (Nekrosen, Formveränderung, auffällige Narben) führen können, sind dank der mirkochirurgischen Operationstechniken und hochwirksamer Antibiotika extrem selten.
Trotz sorgfältiger Blutstillung mit feinsten Geräten können gelegentlich Nachblutungen im Operationsgebiet auftreten. Hier wird eine sofortige operative Entfernung des Blutergusses erfolgen müssen.
Am oberen Augendach treten Nerven aus, die für das Gefühl der oberen Kopfhälfte verantwortlich sind. Sie können durch die Operation vorübergehend aber auch dauerhaft geschädigt werden, was zu einer Gefühlsstörung in diesem Bereich führen kann.
Die feinen Augenmuskeln können durch die notwendige Blutstillung verletzt werden, so daß möglicherweise eine Doppelbilderneigung nach der OP vorübergehend aber auch dauerhaft resultieren kann.
Hier gibt es jedoch gute Behandlungsmöglichkeiten.
Die im Operationsgebiet liegende Tränendrüse, die für die Produktion der Tränenflüssigkeit verantwortlich ist, kann verletzt werden. Eine vermehrte oder verminderte Tränenproduktion nach der Operation wäre die Folge.
Hier helfen verschiedene Augentropfen, um die Beschwerden zu lindern.
Zu erwähnen bleibt noch die nicht auszuschließende Möglichkeit der Erblindung, da durch Schwellung oder Bluterguß, Druck auf den Sehnerv ausgeübt werden kann.
Erfolgsaussichten
Wir versuchen, während der Operation soviel Fett wie nötig aus der Augenhöhle zu entfernen, um dem Augapfel Platz zu verschaffen.
Trotz sorgfältigster Operationstechnik lassen sich aber asymmetrische Ergebnisse sowie das Entstehen von Doppelbildern nicht mit letzter Sicherheit ausschließen.
Nach der Operation wird das Auge zunächst deutlich geschwollen sein. Diese Schwellung dauert erfahrungsgemäß einige Zeit.
Ein endgültiges Ergebnis ist erst nach 3-6 Monaten zu erwarten, wenn die Schwellung langsam verschwindet.
Bei extremen Fällen, zum Beispiel: sehr dicke Augenmuskeln, lange Krankheitsgeschichte, können weitere Operationen erforderlich sein, bei denen dann die knöcherne Begrenzung der Augenwand eingedrückt oder entfernt werden müßte.
Falls bei Ihnen eine Lidverkürzung aufgetreten ist, kann es erforderlich werden, dies in weiteren operativen Sitzungen zu korrigieren.
Wenn Sie es wünschen, zeigen wir Ihnen gerne Fotografien über die Operation und deren Ergebnisse.
Nach der Operation
wird das Auge durch eine Naht zwischen Ober- und Unterlid für 4 Tage verschlossen werden, damit der Augapfel zusätzlich nach hinten gedrückt wird.
Eventuell sehen Sie nach der Operation alles etwas verschwommen, was durch die Salben und Tropfen, die Sie nach der Operation bekommen, hervorgerufen werden kann.
Wann Sie wieder Duschen, Baden und Sport treiben dürfen hängt vom Umfang des Eingriffs und vom Heilverlauf ab.
Bitte halten Sie sich an die Empfehlungen, die Ihnen bei der Entlassung gegeben werden.
Wir werden einen Nachuntersuchungstermin mit Ihnen vereinbaren.
Sollte Sie in der Zwischenzeit etwas beunruhigen, melden Sie sich bitte sofort.
Das Aufklärungsgespräch
Wir können Ihnen in diesem Merkblatt nur einen allgemeinen Überblick geben.
Auf die näheren Umstände sowie die Schwere der Erkrankung, die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Behandlung auf andere ernsthafte in Betracht kommende Behandlungsmöglichkeiten, sowie auf Vor- und Begleiterkrankungen, die das Behandlungsrisiko erhöhen, gehen wir im Aufklärungsgespräch ein.
Die praktisch bedeutsamen Komplikationen haben wir im Merkblatt aufgeführt. Es gibt daneben seltene und seltenste sowie geringfügige Risiken.
Auch vorbereitende und operationsbegleitende Maßnahmen (z.B. Legen eines Venenkatherters, Injektionen und Infusionen von Medikamenten) sowie Maßnahmen zur Nachbehandlung sind nicht risikofrei.
Wir zählen die Risiken hier nicht im Einzelnen auf, weil wie meinen, daß Sie für Ihre Entscheidung nicht von ausschlaggebender Bedeutung sind.
Bitte fragen Sie uns nach allem, was Ihnen wichtig erscheint.
Wenn Sie nach dem Aufklärungsgespräch keine weiteren Fragen stellen, dürfen wir annehmen, daß Sie die Aufklärung verstanden und alles erfahren haben was Sie wissen wollen.
Bitte helfen Sie uns bei der Untersuchung und bei der Behandlung
- durch die sorgfältige Beantwortung der Fragen, die wir Ihnen stellen,
- durch die gewissenhafte Beachtung unserer Hinweise für das Verhalten vor,
bei und nach der Behandlung.
___________________________________________________________________________________________________
Autoren: D. F. Richter, N. Olivari
Senden Sie eine E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website bitte an:
pl.chirurgie@krankenhaus-wesseling.de
Stand: 30. Mai 2007 ©Copyright 2001
Dies ist ein kopierter Ausszug aus der Website von der Klinik! Und laut Aussage dieser, wird dort auch die SD OP wie BUOR es vorhatte.
Gruß Gabriele