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BeitragVerfasst: 29. Feb 2008 12:52 
Schilddrüsen OP mit Happy End

Hallo!
Da sich viele Leute vor der SD-OP Sorgen machen oder gar Angst haben möchte ich hier meine Erlebnisse zum Thema Schilddrüsen OP schildern.

2004:
Begonnen hat alles 2004 als man zufällig bei einer Gesundenuntersuchung eine Ultraschallaufnahme des Kehlkopfes und Halsbereiches machte.
Damals wurde am linken Schilddrüsenlappen ein 4mm großer Knoten entdeckt.
Mein Hausarzt meinte das der Knoten bei dieser größe noch keine Probleme machen würde und empfahl mir gelegentlich die Schilddrüse untersuchen zu lassen.

Sommer/ Herbst 2007:
Ich lies mir nach langer Zeit wieder mal eine Ultraschalluntersuchung im Halsbereich machen und da wurde festgestellt das der Knoten auf 10mm angewachsen war.
Also suchte ich mir einen Arzt der sich auf die Schilddrüse spezialisiert hatte und stieß dadurch auf die Schilddrüsenpraxis von Dr.Zettinig.
Dort wurden dann die üblichen Untersuchungen wie Blutabnahme, Szinthigraphie, Ultraschall und SD-Punktion durchgeführt.
Mein 10 mm Großer Knoten war minder speichernd und bei der Punktion wurde keine Malignität festgestellt.
Dr.Zettinig empfahl mir dann einen Termin bei Dr.Prager wegen einer möglichen SD-Operation auszumachen.
Nach Rücksprache mit Dr.Prager stimmte ich einer OP im AKH zu bei der die linke Schilddrüsenhälfte mit dem Knoten entfernt wird.

19.Februar 2008
Der Tag der OP war nun da!
Ich traf um 7:30 auf der Station 21E ein und nachdem ich diverse Fragebögen ausgefüllt hatte und mir ein Zugang für Infusionen gelegt wurde kam auch schon die Krankenschwester und sagte mir das ich noch heute Vormittag operiert werde.
Und wirklich....um etwa 9 Uhr lag ich schon mit dem typisch hinten offenen Spitalshemd im Bett und wurde zum OP-Bereich gebracht.
Im Vorbereitungs und Aufwachraum traf ich nochmal Dr.Prager der schon in OP-Kleidung war und sagte das es gleich los geht danach kam noch der Arzt der für die Narkose zuständig war und er erklärte mir noch wie die Narkose ablaufen würde.
Um etwa 10 Uhr wurde ich über das Förderband dann in den OP gebracht und dann ging es ziemlich schnell.
Meine letzte Bemerkung zu einem der anwesenden Ärzte war:"Hey in den Krankenhausserien sieht der OP aber viel spektakulärer aus." *g*
Und danach war ich weggetreten.
Um etwa 13 Uhr wurde ich wieder munter und lag ganz benommen im Aufwachraum und die Ärzte die um mich herumstanden redeten irgendwas von Herzrasen und spritzen mir irgend ein Mittel und danach wurde noch ein EKG gemacht.
Keine Ahnung warum ich Herzrasen hatte aber ein Puls von 160 ist glaub ich nicht normal gewesen aber ich muss dazu sagen das es meine erste OP war und ich total übernervös war.
Nach der Spritze war ich total K.O. und schlief wieder ein.
Um etwa 15 Uhr wachte ich wieder auf und es ging mir etwas besser und ich war total glücklich das die OP vorbei war aber irgend wie übel und schwindelig war mir trotzdem.
Wegen der Probleme mit der Herzraserei die ich beim Aufwachen hatte musste ich über Nacht im Aufwachraum bleiben und hing an einer Maschine die mein Herz überwachte.
In der Nacht hatte ich keine Probleme mehr ausser das ich zweimal Erbrechen musste und nicht schlafen konnte.
Das war vielleicht eine Nebenwirkung der Narkose oder eines anderen Medikaments das ich nicht vertragen hatte.

20.Februar 2008
In der Früh konnte ich wieder auf die Station 21E zurück und nachdem ich gefrühstückt hatte und die Viste da war und mir sagte das alles okay mit mir ist ging es mir richtig gut.
Der Bereich um die OP-Narbe schmerzte und spannte ein wenig aber das war nicht so schlimm und die Halsschmerzen hielten sich auch in Grenzen zwar war ich total verschleimt und etwas Heiser wenn ich länger gesprochen hatte aber meine Stimme klang sonst ganz normal.
Den Rest des Tages verbrachte ich mit Essen, Trinken, Schlafen und Faul sein.
Am Nachmittag kam dann noch eine Ärztin vorbei die mich wegen des Herzrasens beim Aufwachen nach der OP befragte und danach bekam ich eine Infusion in der Kalzium enthalten war.

21.Februar 2008
Nachdem ich gut geschlafen hatte wurde ich um 6 Uhr von der Schwester geweckt und bekam wieder eine Infusion mit Kalzium.
Etwas später gabs Frühstück und bei der Visite sagte Dr.Prager das alles okay ist und das ich heute nach Hause gehen könnte nachdem ich auf der HNO-Ambulanz war.
Nach kurzer Wartezeit auf der HNO-Ambulanz kamm ich dran und nachdem die Ärztin meinte das bis auf eine leichte Rötung der Stimmbänder alles in Ordnung sei konnte ich mach Hause gehen.

21.Februar 2008 Nachmittag:
Juhu ich bin wieder zuhause!!!
Zwar fühlte ich mich noch ein wenig schlapp und müde aber trotzdem war ich sehr glücklich alles Überstanden zu haben.
In den nächsten Tagen wahr ich auch noch ein wenig müde und kaum belastbar und lag die meiste Zeit nur herum aber das ist nach so einem Krankenhausaufenthalt normal.

25.Februar 2008:
Heute war der Kontrolltermin in der Schilddrüsenpraxis.
Dr.Pager entfernte die Steristrips (Das ist das komische Pflaster das anstatt einer Naht die Wunde zusammenhält) und und wir Besprachen den histologischen Befund und wie sich herausstellte war der Knoten ein papilläres Schilddrüsenkarzinom mit 8mm Durchmesser in der enkapsulierten follikulären Variante.
Da hab ich ziemlich blöd geschaut als ich das hörte aber Dr.Prager beruhigte mich und wies darauf hin das zu 98% keine Spätfolgen zu erwarten sind.
Ich entschied mich dann nach Rücksprache mit Dr.Prager den Rest der Schilddrüse nicht entfernen zu lassen da der Rest des Organs ja noch in Ordnung sei.
Nur wäre eine Kontrolle mittels Ultraschall alle 6 Monate nötig um auf Nummer sicher zu gehen.
Danach bekam ich neben den besten Wünschen für meine Gesundheit noch ein Rezept für Euthyrox125 mit.

28. Februar 2008
Ich nahm heute die erste halbe Tablette des Euthyrox wie es mir verordnet worden war und spürte keine Nebenwirkungen.
Ganz im Gegenteil, ich spürte in den kommenden Tagen sehr deutlich das ich plötzlich wieder belastbarer wurde und nicht mehr nach jeder Tätigkeit gleich total müde war und mich hinlegen musste.

Die Zukunft:
In 8 Wochen gehe ich wieder in die Schilddrüsenpraxis zu Dr.zettinig um die Schilddrüsenwerte untersuchen zu lassen und sonst nur noch alle 6 Monate gehe ich zur Kontrolle ob sich nichts krebsartiges im Rest meiner Schilddrüse entwickelt.



Abschliessend kann ich jedem der vor der OP-Entscheidung steht und Angst davor hat nur folgendes sagen:
Geht hin und lasst euch Operieren und wartet nicht zu lange!
Es ist nicht so schlimm wie man es sich in seinen negativsten Phantasien ausdenkt, die OP und deren Nebenwirkungen können unangenehm sein aber die Nebenwirkungen sind nach ein paar Tagen verschwunden und die Freude das ihr es überstanden habt wiegt das 1000Fach wieder auf.
Und durch warten gewinnt man meiner Meinung nach nichts ausser das die Probleme mit der Schilddrüse im wahrsten Sinne des Wortes immer größer werden.
Bei mir war der Knoten ein Karzinom und wenn ich daran denke das ich ohne OP vielleicht noch Jahre lang damit im Körper gelebt hätte und dann erst recht unters Messer müsste und dann richtig schlimme gesundheitliche Probleme gehabt hätte dann laufen mir gleich eiskalte Schauer den Rücken runter.
Also dann ab unters Messer den Ärzte beissen nicht.....sie schneiden nur ;-)



Zum Abschluss möchte ich noch folgenden Personen danken:
Dr.Prager der ein sehr guter Arzt ist und der medizinisch wie auch menschlich einfach nur Super ist.
Dr Zettinig und seinem Team aus der Schilddrüsenpraxis die immer sehr kompetent und freundlich sind.
Dem Pflegepersonal im AKH auf Station 21E den die sind immer zur Stelle und auch immer freundlich wahren wenn es Probleme gab.
Dem OP Team und ganz besonders den beiden Krankenschwestern die im Aufwachraum vom 19 auf den 20.2.8 Dienst hatten möchte ich mich ebenfalls bedanken das ihr so eine Nervensäge wie mich so gut versorgt habt.
Den Nutzern des Schilddrüsenforums möchte ich ebenfalls danken denn eure Beiträge waren immer sehr interessant.
DANKE EUCH ALLEN!!!


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12. Mär 2008 21:13 
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Registriert: 14. Feb 2008 21:53
Beiträge: 10
Danke für deinen Bericht!

Er macht Mut .. obwohl es bei mir noch bis zur Op dauert ... und ich immer noch hoffe, dass es nicht unbedingt sein muss ...


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 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01. Jun 2009 15:22 
Offline

Registriert: 19. Nov 2008 19:39
Beiträge: 26
Wohnort:
hallo, ist es üblich dass das papilläre karzinom im endeffekt kleiner ist als sich der eigentliche knoten im ultraschall dargestellt hat? bei dir sind es 2mm bei mir sind es 6mm..
ich weiß ultraschall hat natürlich eine gewisse fehlerquelle in sich, aber mir kommt das doch viel vor.

lg & weiterhin alles gute!


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