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 Betreff des Beitrags: Morbus Basedow
BeitragVerfasst: 16. Nov 2007 17:29 
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Registriert: 15. Nov 2007 13:59
Beiträge: 3
Hallo!

Vorgestern wurde bei mir ein Morbus Basedow diagnostiziert.
Meine Blutwerte waren
TSH - < 0,03
FT3 - 10,41
FT4 - 24,0

Es wurde eine Ultraschall Untersuchung durchgeführt, in der die SD dunkler erschien. Es wurde wieder Blut abgenommen.
Der TRAK Wert war wohl deutlich erhöht ( den genauen Wert kenne ich nicht ) sodass ich noch gestern mit Tabletten anfangen mußte. Ich habe Probycil 50 mg bekommen, da ich noch stille.
Ich habe ständiges Herzrasen und Klopfen, bin total gereizt, habe innerhalb 2 Wochen 6 kg abgenommen. Ich hab jetzt ein bisschen Angst was alles auf mich zu kommen wird. Ich bin erst 26 Jahre alt und habe 2 kleine Kinder, wovon eins wie ich ja sagte noch gestillt wird.
Wie muß ich jetzt mit dieser Krankheit umgehen? Ist sie gefährlich oder kann sie wieder weg gehen?
Ausserdem soll man ja Jodhaltige Nahrungsmittel meiden. Kaufe heute noch Jodfreies Salz. Aber ganz kann man ja nicht drauf verzichten oder?
Im Brot vom Bäcker z.b. ist ja auch Jod Salz.
Heißt es also das ich nur wenig Jod zu mir nehmen soll, oder möglichst gar keins???
Ich bin total ratlos und ein wenig überfordert mit der Diagnose.
Vielleicht kann mir ja hier jemand helfen????
Würde mich feuen.
Danke


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17. Nov 2007 12:21 
Hallo,

MB ist insofern gefährlich, als er im Akutstadium das Herz stark belastet. Also schau jetzt einmal, dass Du das schnell in den Griff bekommst (schulmedizinisch, selbst erfahrene Homöopathen haben mir damals geraten, zunächst die Medikamente zur Symptombekämpfung zu nehmen).

Und versuche wirklich, Jod zu meiden, Jod behindert die Medikamente! Das ist nicht ganz leicht, wie Du ja schon festgestellt hast. Aber es gibt Brot mit jodfreiem Salz (hauptsächlich Demeter-Brot, ich kenne nur die Firma Kaschik in Wien; aber letztens habe ich sogar beim Billa ein Brot mit unjodiertem Salz gefunden - aufgeschnittenes Sonnenblumenbrot von ja natürlich, wenn ich mich recht erinnere; ich schau noch einmal nach). Pass aber auch sonst mit Fleisch- und Milchprodukten auf und auch mit Fertiggerichten, da ist meistens viel Salz drin. (Die Jodierung von Salz ist eine Zwangsbeglückung, die ich bereits in Frage zu stellen versuche.)

Bei 50% der MB-Fälle bleibt es bei einem Ausbruch und verschwindet danach wieder, diese Hoffnung hast Du. Lass Dich also nicht schnell zu einer Operation der Schilddrüse überreden, das bringt auch gar nichts.

Ich lebe seit 8 Jahren mit MB und mit meiner Schilddrüse, habe mich trotz dreier Ausbrüche aus verschiedenen Gründen gegen eine OP gewehrt. Eine Umstellung gewisser Lebensgewohnheiten und eine homöopathische Eigenbluttherapie hat bei mir bewirkt, dass meine Medikamentation sich auf 1/2 Tablette Thiamazol pro WOCHE beschränkt und selbst beim Schulmediziner noch die Aussicht besteht, dass ich wieder einen Auslass-Versuch starte.

Das ist jetzt für Dich eine schwere Zeit, ich weiß. Versuche, Dich eher pflegen zu lassen, als Dich mit Arbeit zu überlasten - sofern das mit kleinen Kindern halt geht.

Alles Gute
Peter


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 Betreff des Beitrags: Hallo Peter!
BeitragVerfasst: 17. Nov 2007 18:35 
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Registriert: 15. Nov 2007 13:59
Beiträge: 3
Erstmal Danke für Deine Antwort.
Ich wollte gerne noch von Dir wissen, ob ich jetzt grundsätzlich Jod meiden muß, oder ob die normalen Mengen in den handelsüblichen Nahrungsmitteln nicht gefählich sind?
Was ist wenn ich mit Tabletten vorerst "gut" eingestellt bin, dann ist doch die normale Nahrungsaufnahme mit Jod nicht mehr gefährlich, oder?
Was meinst Du mit Milch und Fleischprodukten? Wo ist denn viel Jod enthalten? In Fisch ist mir ja klar. Das werde ich dann nur noch gelegentlich essen.
Kennst Du Dich mit den Blutwerten aus? Sind meine Werte denn so dramatisch zu hoch? Ich kenne Die normwerte nicht.
Ich mache mir wirklich Sorgen, da ich nicht genau weiß ich ich mich jetzt verhalten soll. Ausserdem schreibst Du ja das Du es gut in den Griff bekommen hast, aber trotzdem immer Rückfälle erleidest. Heißt das jetzt das ich davon ausgehen kann, das die Krankheit nie wirklich weg geht?
Mit schonen ist natürlich nicht so einfach bei mir. Meine älteste Tochter wird 4 und mein Sohn ist 9 Monate. Die brauchen ihre Mama ja 24 STd.
Ach man, es ist so gemein das man so eine tückiche Krankheit bekommen kann. Ich möchte mich natürlich so normal wie möglich bewegen können ohne große Einschränkungen.
Ich danke Dir für Deine Hilfe.

Gruß Nicole


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 Betreff des Beitrags: Re: Hallo Peter!
BeitragVerfasst: 17. Nov 2007 19:17 
mamahoch2 hat geschrieben:
Ich wollte gerne noch von Dir wissen, ob ich jetzt grundsätzlich Jod meiden muß, oder ob die normalen Mengen in den handelsüblichen Nahrungsmitteln nicht gefählich sind?
Was ist wenn ich mit Tabletten vorerst "gut" eingestellt bin, dann ist doch die normale Nahrungsaufnahme mit Jod nicht mehr gefährlich, oder?
Was meinst Du mit Milch und Fleischprodukten? Wo ist denn viel Jod enthalten? In Fisch ist mir ja klar. Das werde ich dann nur noch gelegentlich essen.


Also besonders in der Akutphase solltest Du Jod nach Möglichkeit meiden, also alles was mit Meer zu tun hat z.B. , Fleisch halt wenig, es ist leider durch das Tierfutter auch schon jodhaltig. Viel frisches Gemüse, Obst, Salat ist empfehlenswert. Ich ernähre mich jetzt hauptsächlich vegetarisch, phasenweise sogar vegan, das tut mir einfach gut. Man muss aber selbst draufkommen, was einem gut tut.

mamahoch2 hat geschrieben:
Kennst Du Dich mit den Blutwerten aus? Sind meine Werte denn so dramatisch zu hoch? Ich kenne Die normwerte nicht.


Die Werte sind ohne die Referentwerte Deines Arztes nicht gut zu deuten. TSH sollte lt. meinem Buch zwischen 0,3 und 2,5 liegen, ideal wird 1 bezeichnet.
FT3 steht hier mit 2,2 - 4,7
FT4 0,8-1,8
das ist also schon deutlich zu hoch bei Dir.

mamahoch2 hat geschrieben:
Ich mache mir wirklich Sorgen, da ich nicht genau weiß ich ich mich jetzt verhalten soll. Ausserdem schreibst Du ja das Du es gut in den Griff bekommen hast, aber trotzdem immer Rückfälle erleidest. Heißt das jetzt das ich davon ausgehen kann, das die Krankheit nie wirklich weg geht?


Wie gesagt, bei 50% bleibt's bei einem mal, von den restlichen 50% hat wieder die Hälfte nach dem 2. Mal Ruhe. Ab dem 3. Rezidiv spricht man davon, dass man das sein ganzes Leben hat. Damit habe ich mich jetzt zwar irgendwie abgefunden, ich gebe aber die Hoffnung nicht auf, dass es irgendwann einmal neuere Erkenntnisse über die Ursachen dieser Krankheit geben wird und damit auch Chancen auf Heilung. Mit meiner Eigenbluttherapie habe ich meine Antikörper letztes Jahr deutlich senken können, das stimmt mich positiv, dass ich das Ganze zumindest im Griff haben kann. Aber ich habe erst beim 3. Rezidiv begonnen, meine Lebensweise und meine Ernährung umzustellen, und mich mit alternativmedizinischen Möglichkeiten beschäftigt. Ich würde Dir das früher empfehlen.

mamahoch2 hat geschrieben:
Mit schonen ist natürlich nicht so einfach bei mir. Meine älteste Tochter wird 4 und mein Sohn ist 9 Monate. Die brauchen ihre Mama ja 24 STd.


Das kann ich mir vorstellen. Versuche trotzdem, Dir Hilfe angedeihen zu lassen für Arbeiten, die auch andere machen können.

mamahoch2 hat geschrieben:
Ach man, es ist so gemein das man so eine tückiche Krankheit bekommen kann. Ich möchte mich natürlich so normal wie möglich bewegen können ohne große Einschränkungen.


Du hast recht, es ist gemein. Aber MB ist eine Krankheit, die man zwar vielleicht nicht heilen, aber gut in den Griff bekommen kann. Und im Prinzip ist das keine fortschreitende Krankheit wie Aids oder Multiple Sklerose. Schwacher Trost, ich weiß... Aber Du wirst Dich auch wieder frei bewegen können, das geht schneller als Du jetzt denkst!

Alles Gute
Peter


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 Betreff des Beitrags: DANKE
BeitragVerfasst: 17. Nov 2007 20:24 
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Registriert: 15. Nov 2007 13:59
Beiträge: 3
Danke Dir das Du mich so gut informiert hast. Es ist für mich schon ein großer Trost, wenn Du sagst das man trotzdem gut damit leben kann.
Also scheinbar sind meine Werte ja doch eindeutig zu hoch. Seltsam das sich der Körper von heute auf morgen gegen ein Organ wehrt, was er bis dahin doch als normal empfunden hat.
Aber Du meinst das ich trotzdem ohne schlechtes Gewissen mal eine Scheibe Salami essen darf, oder auch mal essen gehen kann, wo man mit sicherheit nicht Jodfrei kocht. Natürlich wenn die wie Du sagst Akutphase vorbei ist. Aber wann ist sie vorbei? Wenn die Blutwerte wieder annähernd normal sind?
Wie siehst Du das eigentlich mit Beta Blocker? Sollte ich das nicht zusätzlich zu meinen Propycil Tbl. nehmen? Ich habe schon oft gelesen das dies als Begleittherapie angezeigt ist???
Mir hat man aber nicht gesagt das ich das machen soll.
Ist es eigentlich auch normal das ich mein Herzrasen so ganz dolle merke wenn ich abends auf die couch gehe wenn beide kinder im bett sind?
Also ich hab das Gefühl das es Abends schlimmer wird.
NOch ne dumme Frage:
Ich hab gelesen das man nicht mehr rauchen soll.
Ich hab leider nach der Schwangerschaft wieder angefangen zu rauchen, vor ca 5 Monaten. Also nicht viele, so 3-4 Stck. am Tag.
Wieso soll das Rauchen gerade bei dieser Krankheit so schlimm sein?
Das rauchen allgemein nicht gut ist, weiß ich ja auch.

Danke nochmals für Deine liebe und schnelle Unterstützung. Hast mich schon ein ganzes Stück beruhigter gemacht.

Gruß Nicole


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18. Nov 2007 1:07 
Hallo Nicole,
das Rauchen wird eigentlich überall in der Literatur als schlecht bei Schilddrüsenerkrankungen beschrieben, ich habe zum Glück nie geraucht.

Als Auslöser von MB wird oft stress in irgendeiner Form angenommen, irgendwas wird schon dran sein (sogar in Büchern, die eher in Richtung Esoterik gehen, steht das). Ich habe auch schon gehört, dass auch positiver stress MB auslösen soll... Aber ganz sicher ist sich die Medizin bei der Ursache des MB nicht.

Solange Deine Werte nicht halbwegs im Normalbereich sind (FT3 und FT4 gehen schneller, das TSH kann lange dauern) solltest Du zumindest vorsichtig sein.

Beta Blocker habe ich beim ersten Auftreten von MB auch bekommen, aber auch recht bald wieder abgesetzt. Frage doch Deinen Arzt, warum er meint, dass Du das nicht brauchst. Ich bin mittlerweile eher skeptisch bei Medikamenten aller Art, vielleicht ist es besser, wenn Du nicht zwei gleichzeitig nehmen musst.

Das Herzrasen war mir auch immer sehr unangenehm, das spürt man halt in Ruhephasen am besten, ich hatte 140 Ruhepuls...

Liebe Grüße
Peter


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 Betreff des Beitrags: Umgang mit MB
BeitragVerfasst: 13. Dez 2007 22:40 
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Registriert: 13. Dez 2007 13:11
Beiträge: 4
Liebe Nicole,

mir hat es sehr geholfen, viel über MB zu lesen und möglichst viele Ärzte zu sprechen. Bei der Therapieentscheidung hilft es, wenn man gut informiert ist. Nach einer Odysee an Arztgesprächen bin ich im AKH (Nuklearmedizin und Sehschule wegen EO) wirklich gut aufgehoben ...

Ich wünsche Dir alles Gute!

Annie


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