Hallo!
Nachdem ich vor meiner RJT große Angst hatte und ganz genau wissen wollte, wie das abläuft, hab ich mir gedacht, ich schreib hier mal meinen Erfahrungsbericht rein, vielleicht hilft es ja jemandem. Kurz vorab: Ich hatte ein pap. Karzinom und wurde am 13. August 2009 im SMZ Floridsdorf operiert (ein großer Dank an dieser Stelle an den Chirurgen Dr. Hollinsky - Sie waren spitze!).
16.09.2009: Aufnahme ins AKH. Dann weiter auf die Station 3T.
Die Ärzte und das Pflegepersonal dort sind unheimlich nett und zuvorkommend! Die Zimmer sind schön groß und auch sehr hell! Ich war in einem Doppelzimmer mit einer sehr netten Dame zusammen, mit der ich mich auch super verstanden hab. Das Zimmer besteht aus einem Vorzimmer, einem Bad, einer Toilette und dem großen Schlafraum mit zwei Betten, einem Esstisch und einem Fernseher. Fernsehen ist gratis. Bei Bedarf kann man sich gegen Gebühr ein Festnetz anmelden, aber beim Fenster funktioniert sogar das Handy. Wenn man Raucher ist, bekommt man sogar einen Aschenbecher und darf beim Fenster bzw. im Hof rauchen. Dazu muss man allerdings aus dem Fenster klettern

Etwas Bewegung schadet aber auch nicht.
Das Essen dort ist übrigens auch toll und ich bin sehr anspruchsvoll! Man kann täglich zwischen 3 Menüs wählen und es ist viel besser als in den anderen Spitälern, die ich kenne!
Der kleine Innenhof ist zwar ziemlich grau, aber zumindest kann man ein bisschen frische Luft schnappen und ab und zu die Sonne sehen!
So, dann zum Ablauf: Zuerst wurde Blut abgenommen und der TSH-Wert überprüft, dann folgte noch eine Untersuchung (EKG, Blutdruck, Gespräch mit dem Arzt). Habe sicherheitshalber einen Magenschutz verlangt, was sich der Arzt gleich notiert hat. Nach Vorliegen des Blutbefundes bekam ich dann die erste Thyrogen-Spritze. Hat überhaupt nicht weh getan. Eine Stunde später hat man mir einen Ausgangsschein in die Hand gedrückt und mir gesagt, ich darf bis 22.00 Uhr nach Hause.
17.09.2009: Bin mit furchtbaren Kopfschmerzen aufgewacht (ich denke, das war ein Zusammenspiel zwischen Wetter und Thyrogen). Musste dann zu einer Ärztin, die mir eine kleine Menge radioaktive Flüssigkeit eingeflößt hat (für den Scan am nächsten Tag). Habe dann gleich die zweite Spritze bekommen. Leider ist mir dann etwas übel geworden. Aber nach einer Stunde ging's mir wieder besser und ich durfte wieder bis 22.00 Uhr nach Hause. Dort hab ich dann 3 Stunden geschlafen und mich nachher wieder topfit gefühlt.
18.09.2009: In der Früh wurde noch einmal Blut abgenommen. Danach folgte ein Scan der Schilddrüse, um zu sehen, wie viel Gewebe noch vorhanden ist. Danach hab ich zwei Kapseln bekommen und von da an musste ich im Zimmer bleiben. Das war aber gar nicht schlimm, wie gesagt, das Handy und sogar meine Internetkarte haben funktioniert. Weil das Wetter so schön war, hab ich viel Zeit im Hof verbracht und dort meine Runden gedreht.
Am Abend hatte ich eine kurze Panikattacke (da bin ich sicher ein Extremfall, weil ich an fremden Orten überhaupt nicht gut schlafen kann und es auch nicht mag, "eingesperrt" zu sein). Zum Glück hab ich das auch nach 2 Stunden in den Griff bekommen und bin eingeschlafen.
19.09.2009: Ein Tag nach Kapseleinnahme - man darf die Hormone wieder einnehmen.
Der Tag ist auch schneller vergangen als ich erwartet hab. Zwischen den Mahlzeiten war ich immer wieder im Hof oder hab mir was im Fernsehen angeschaut. Hab mich auch viel mit meiner Zimmergenossin unterhalten und wir haben immer wieder unser Befinden verglichen. Es ist ein komisches Gefühl, man weiß, dass man strahlt, aber man merkt nichts davon. Von der Kapsel hatte ich überhaupt keine Nebenwirkungen!
20.09.2009: Der Tag der ersten Messung. Ich war total nervös, wollte wieder nach Hause. Wir mussten in der Früh duschen gehen und durften uns dann nicht mehr ins Bett legen. Und dann ging's zur Messung. Dazu setzt man sich drei Minuten vor das Messgerät und dann heißt es hoffen... Und dann die Nachricht: Sie dürfen nach Hause fahren.
Es folgte dann nur noch ein Ganzkörperscan, dann wird der Patientenbrief geschrieben und das war's.
Bin jetzt den zweiten Tag zu Hause und habe außer ganz leichten Halsschmerzen überhaupt keine Probleme. Klar, die Unterfunktion spüre ich noch, bin sehr müde und schlafe ständig, aber daran hindert mich ja keiner. Sobald sich alles wieder eingependelt hat und ich die Hormone wieder länger nehme, wird sich auch das legen, denke ich.
Zusammenfassend kann ich nur sagen: Man muss keine große Angst haben, es ist alles halb so schlimm. Und das AKH kann ich nur empfehlen. Mir fällt nichts ein, worüber ich mich beschweren könnte!
Wünsche euch allen alles Gute und schnelle Genesung!
lg
Tina81