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 Betreff des Beitrags: Fragen zu Thyrogen an Ernst
BeitragVerfasst: 31. Jan 2008 22:32 
Offline

Registriert: 20. Nov 2007 22:28
Beiträge: 59
Hallo Ernst!

Ich habe einige deiner Beiträge gelesen und bin beeindruckt über dein Wissen und von deiner (Lebens)erfahrung.

Ich wurde wegen eines heißen Knotens in Wien von Prof.Niederle
operiert, leider stellte sich heraus, dass im Knoten ein papiläres SDkarzinom (1,8 cm) war. In zwei Lymphknoten wurden je eine Mirkometastase gefunden.
Die Operation war ohne Komplikationen und es geht mir recht gut.
Ich bin auch von der menschlichen und ärztlichen Kompetenz von Prof. Niederle beeindruckt und sehr froh, dass er mich operiert hat.

Ich nehme zur Zeit Trojodthyronin, 25 Gamma am Morgen und am Abend.
Anfang März habe ich im AKH eine RJT, 14 Tage vorher muss ich mit der Einnahme des Hormons aufhören.

Jetzt habe ich, leider erst heute im Forum von Thyrogenspritzen gehört.
Was bewirken diese und wann werden sie verabreicht?
Ich komme nach Absetzen des T3 Hormons in eine Unterfunktion und habe deshalb Angst weil ich gerade da eine Kurswoche habe.

Hilft dann die Thyrogenspritze?

Danke im voraus und liebe Grüße Lore


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 Betreff des Beitrags: Thyrogen
BeitragVerfasst: 01. Feb 2008 10:53 
Offline

Registriert: 25. Okt 2006 20:10
Beiträge: 272
Wohnort: Wiener Neustadt
Servus Lore,

ja das mit den Thyrogenspritzen ist so eine Sache. Die bewirken dass dein TSH-wert vor einer RJT ansteigt bzw. vor einer Ganzkörperszintigraphie.
Es handelt sich dabei um synthetisch hergestelltes TSH das dir an zwei aufeinander folgenden Tagen in einen Muskel gespritzt wird.
Dadurch erspart man sich die Unterfunktion und deren Nebenwirkungen, denn die bewirkt ebenfalls nichts anderes als ein Ansteigen des TSH.
Warum ist der hohe TSH-Wert so wichtig: Ganz einfach ausgedrückt, dadurch sind die möglicherweise noch vorhandenen und ev. bösartigen Schilddrüsenzellen sehr "hungrig" auf Jod und nehmen dadurch falls noch vorhanden das radioaktive Jod sehr gut auf und sterben ab, bzw. beim Ganzkörperscan läuchten diese am Bild wie Sternschnuppen..;)

Vor Ganzkörperszintigraphien ist das mit dem Thyrogen schon medizinischer Standard, vor RJT sind sich die Mediziner noch nicht ganz einig... es gibt europäische Studien die besagen die Ergebnsse sind gleich und dann andere....
aber ich habe da im Forum schon einen Link zu diesem Thema reingestellt.

Bei der Entfernung des Restgewebes der Schilddrüse (Ablation = die ersten RJT nach einer Schilddrüsenoperation) und für die Radiojoddiagnostik (RJD) in der Nachsorge bzw. zur Kontrolle der Ablation ist rhTSH (Thyrogen) zugelassen.

Für diese Indikationen (Ablation und Nachsorge) wurden Studien durchgeführt, und brachten daher auch die Zulassung.

Die Durchführung von Studien bei der Therapie von Metastasen ist hingegen wesentlich schwieriger, weil es einfach wesentlich weniger Patienten gibt, und zu dem befinden sich dieses alle in ganz unterschiedlichen Stadien, so dass die Ergebnisse dann sehr schwer zu vergleichen sind.

Diese zwei Fallbeschreibungen von fortgeschrittenem Schilddrüsenkrebs (Link innerhalb des ForumsEuropäische Leitlinie, Abschnitt Bedeutung der Radiojoddiagnostik, dort der Verweis auf die Fallbeschreibung von Driedger/Kotowycz 2004),
bei denen unterschiedliche Metastasen im Ganzkörper-Szinti einmal nur in der Unterfunktion zu sehen waren, und ein andermal nur unter rhTSH, ist ja keine Studie, die sagt das eine ist besser wie das andere.
Der Hinweis wurde auch von mir in der Übersetzung der europäischen Leitlinien hervorgehoben, damit man sich bewusst ist, dass rhTSH nicht gleich dem körpereigenen TSH ist, und dass es eben auch Krebeszellen gibt, die unterschiedlich darauf reagieren. Warum und wieso weiß man auch noch nicht genau, auch weiß man noch gar nicht wie oft so etwas vorkommt.

Ob es wirklich sinnvoll oder besser ist in die Unterfunktion für eine RJT bei Metastasen zu gehen, oder mit rhTSH, oder beides zu machen (Unterufnktion + rhTSH) lässt sich Anhand von Studien noch überhaupt nicht sagen.

siehe auch: http://www.sd-krebs.de/

Bin sonst kein Freund von deutscshen Foren, aber da ist den Germanen mal ausnahmsweise was gutes gelungen..

Ich hoffe Dir mit dieser Auskunft ein bisschen geholfen zu haben.
Ganz liebe Grüsse

-Ernst-

"Es ist nicht nötig sein Leben zu ändern, es ist nur nötig anders zu denken...."


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 Betreff des Beitrags: Danke
BeitragVerfasst: 01. Feb 2008 11:14 
Offline

Registriert: 20. Nov 2007 22:28
Beiträge: 59
Servus Ernst,

danke für die Auskunft, du hast mir sehr geholfen.

Ich werde mit meinem Arzt darüber sprechen, ich vertrau ihm, er wird das machen was nach seiner Erfahrung gut ist.

Trotzdem finde ich es gut über Alternativen informiert zu sein, weil
ich dann ganz anders ins Gespräch gehen kann.

Nochmals danke und liebe Grüße aus Eisenstadt

Lore


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