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BeitragVerfasst: 15. Feb 2005 16:27 
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Registriert: 15. Feb 2005 16:07
Beiträge: 2
Wohnort: Baden
Bei mir wurde ein extrem großer Knoten (gutartig) auf der Schilddrüse entdeckt und ich soll nun selbst entscheiden, ob ich operiert werden oder eine RJT machen möchte.
Der Arzt im AKH bot sehr wenig Aufklärung und gab keine Empfehlung ab. Nun bin ich dabei Informationen zu sammeln, vor allem in Bezug auf das NACHHER.
Muss ich auch nach einer RJT mein Leben lang Medikamente nehmen?
Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?
Ist es sicher, dass nach einer RJT der Knoten zerstört ist?
In meinem gesamten Umfeld hat niemand Erfahrung mit dieser Therapie, alle Betroffenen wurden operiert. Warum wird das offensichtlich bei gutartigen Knoten so selten angewendet?
Bitte gebt mir viele Infos, damit ich eine Entscheidung treffen kann.
Danke im Voraus
Gabrielle


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BeitragVerfasst: 15. Feb 2005 22:26 
Wie du sicher weißt zerstört die RJT das Schilddrüsengewebe so, dass nichts überbleiben wird. Das ist auch Sinn und Zweck bei Krebserkrankungen, damit auch alle Zellen zerstört werden. In einem solchen Fall ist dann natürlich auch keine Sd mehr vorhanden und man muß sein Leben lang Hormone nehmen, die sonst die Sd produziert hat, um nicht verrückt zu werden!.
Daher halte ich den Rat einer Selbstentscheidung für sehr fragwürdig - vielleicht möchtest du nicht doch noch eine andere med. Meinung dir anhören?
Im Falle es wird im Zuge einer OP dein Knoten entfernt, dann kann es möglich sein, dass deine SD nachher noch genug Hormone produziert und du keine nehmen brauchst.(Eher unwahrscheinlich). Oder aber (eher so) du wirst was nehmen müssen. Aber daran gewöhnt man sich sehr schnell, keine Panik. Wichtig ist, dass du so schnell wie möglich das abklärst!
Ich hab übrigens noch nie gehört das man eine RJt ohne vorhergehender OP macht, wie gesagt - bei Krebs.
Möglich - eineneue Methode?! Bin auch nicht allwissend, aber vielleicht hilft dir meine Antwort ein wenig.

Alles Gut, MAnu


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BeitragVerfasst: 16. Feb 2005 9:31 
Offline

Registriert: 30. Dez 2004 17:13
Beiträge: 27
Wohnort: rheintal
Hallo Gabrielle,

leider kann ich dir zu deinen Fragen bzgl. RJT keine Antwort geben.
Mir ging es vor gut 10 Jahren ähnlich wie dir, nur dass sich mein damaliger Hausarzt ohne mit mir die Therapien zu besprechen für eine Operation entschieden hat.
Die Nuklearmedizin empfahl eine RJT. Davon erfuhr ich am Abend der Operation vom Anästhesisten
auf die feine Art - sie haben sich also für die Operation entschieden.
Sie werden wohl wissen, dass sich auch eine RJT durchführen lassen hätten können. Weil er meine Unwissenheit bemerkt rauschte er davon.
Ich versuchte oder besser mein Mann versuchte noch den Chirurgen zu erreichen, am Sonntag abend war das nicht möglich.
Wenn ich nicht so schlecht beisammen gewesen wäre, hätte ich meine Koffer gepackt.
Mein Hausarzt und auch mein Chriurg begründeten ihre Entscheidung über meinen Kopf hinweg damit, dass sie mich nicht belasten wollten.

So kanns auch gehn. Aber deine Situation ist auch nicht besser, vor allem weil du nicht wirklich informiert wirst.
Ich habe mir oft schon gedacht, wie es möglich ist, dass ich mit meinen Fragen an den Arzt keine befriedigenden Anworten von ihm erhalte.
Seit ich wegen meiner SD mit Ärzten zu tun habe, zweifle ich manchmal an mir selbst. Ich stelle sonst im Leben auch die Frau. Muss mich beruflich vor Menschen hinstellen und ihnen erklären und hab da auch keine Hemmungen. Warum dringe ich bei Ärzten nicht durch?

Weiterhelfen kann ich dir leider nicht. Ich wollte dir einfach meine Situation schildern, damit du weißt, es geht auch anderen so, dass sie sich im Stich gelassen fühlen.

Die RJT wird im Falle eines gutartigen Knotens in erster Linie bei älteren Menschen angewendet, soviel ich weiß.
Solltest du dich für die Operation entscheiden. Sie ist wirklich nicht schlimm und gut zu verkraften. Im Gegenteil, wenn du durch den großen Knoten gesundheitlich Beschwerden hast, bringt sie Erleichterung. So habe ich es zumindest empfunden. Wenn du frühzeitig SD-Hormone bekommst, falls sie überhaupt notwendig sind, bist du auch schnell wieder auf den Beinen.
Die tägliche Einnahme der Hormone wird zur Routine, dass dir etwas abgehen wird, wenn du sie nicht mehr brauchst. :-)

Ich wünsch dir eine gute Entscheidung

miriam


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BeitragVerfasst: 16. Feb 2005 10:51 
Hallo Gabrielle,
soviel ich weiß, bekommt man bei einer Radiojodtherapie, die wegen heißen Knoten durchgeführt wird, eine viel geringere Dosis als etwa nach Krebs. Es wird auch nicht die gesamte Schilddrüse zerstört, sondern in erster Linie der heiße Knoten, der das radioaktive Jod besonders gut aufnimmt. Da aber auch das übrige Gewebe etwas davon abbekommt, kann es trotzdem zu einer Unterfunktion kommen, für die Du dann SD-Hormone einnehmen mußt.
Obwohl die Dosis viel geringer ist als nach Krebs, mußt Du wahrscheinlich etwas länger in der Klinik bleiben (5-10 Tage) Bei Krebs hat man durch die OP keine Schilddrüse mehr oder nur noch Reste. Überschüssiges Jod wird so rasch abgegeben. Bei Dir wird es hingegen in der Schilddrüse gespeichert und dadurch strahlst Du etwas länger.
In Amerika wird übrigens sehr viel häufiger als bei uns die RJT durchgeführt. Es ist dort die Therapie der Wahl bei SD-Autonomie und Basedow, so hab ich gehört.
MfG Alba


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BeitragVerfasst: 14. Mai 2005 17:46 
Hallo Gabrielle, ich kann nur eine Radiojodtherapie empfehlen. 1981 wurde ich operiert (heiße Knoten = Überfunktion). Einnahme danach L-Tyroxin 100, bis Mai 2003. Danach hieß es bereits nach 8-10 Jahren auf jeden Fall erneute Operation. Im Mai 2003 habe ich dem Radiologen zum wiederholten Mal gesagt, für mich kommt keine nochmalige Operation in Frage "meine Halswirbelsäule ist seit der 1. Operation schon irre geschädigt"!!!!! Der operierende Arzt hat mir erklärt, das wird nie mehr wieder wie vorher, wegen der Überdehnung bei der OP. Wer kennt das ?????? Schlimme Hals-Wirbelsäulen-Beschwerden!!!!!!!!!!!!!!!!!
Plötzlich (nach 8 Jahren, immer derselbe Radiologe) gab er mir den Hinweis eine Radiojodtherapie zu machen, da ich mit meinen heißen Knoten mit meiner Gesundheit spiele. Die Uniklinik Würzburg hat mich vor der Therapie sehr gut aufgeklärt und ich habe zugestimmt. Ich kann es nur empfehlen. Letze Kontrolle vor 4 Wochen, beste Werte, keine Unterfunktion (was auch vorkommen kann), alles im grünen Bereich. 4 Tage 2003 fast eingesperrt, haben sich gelohnt. Nun habe ich zwar etwas (4 kg) zugenommen. Während ich über ein Jahrzehnt fast zu dünn war, da immer Überfunktion trotz OP und regelmäßiger Einnahme von L-Tyroxin !!!


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BeitragVerfasst: 24. Mai 2005 19:17 
Hallo,
bei einer RJT wird nur das Gewebe der SD zerstört, welches das Jod-131 speichert. Im Falle eines heißen Knotens also nur jener und nicht die komplette SD. Darum ist auch darauf zu achten, daß sich im Szinti das gesunde SD-Gewebe als inaktiv darstellt (kalt), d.h. in der Jodaufnahme gehemmt ist. Darauf weist auch ein niederer TSH-Wert hin.

Sofern ich die Situation überblicke, wird heute bei heißen Knoten, meist der RJT der Vorzug gegeben, weil sie mit weniger Risiken (z.B. Stimmbandschaden, Narkoserisiko) einhergeht und sanfter sein soll.
Altersbegrenzungen gibts heute, soweit mir bekannt ist, keine mehr, es sollte nur von einer Schwangerschaft innerhalb der nächsten Zeit abgesehen werden.

Positive wie negative Erfahrungen habe ich schon von beiden Methoden gehört. Wer mit der OP unglücklich ist, fragt sich, ob eine RJT besser gewesen wäre und umgekehrt. Das ist auch sehr verständlich. Was aber noch lange nicht heißt, daß die andere Methode tatsächlich besser gewesen wäre.
Ist wohl im Vorfeld schwierig abzuschätzen, auch für die Ärzte.

Schneiden kann man immer noch, denke ich mir. Und wenn jemand zu Knotenbildung neigt, kann es wohl immer wieder im Leben passieren, daß sich sowas wiederholt. Darum tendiere ich als Erstbehandlung zur RJT.

lg

David


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BeitragVerfasst: 30. Aug 2005 2:49 
Hey . ich schreibe von Canad. Habe MB und bei uns ist die therapy der Wahl RJT. Wir machen dies ambulant , 2 Std im spital und dann 3 tage zu hause nicht zu nahe an leute. Geht gut und einfach . Manchmal etwas unterfunktion aber nicht zu schlimm. Gruss zu allen euch
Juerg


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BeitragVerfasst: 09. Sep 2005 8:39 
Hallo
also ich habe 96 eine RJT gemacht.
Ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten und ich kann sagen, ich würde es nicht mehr machen.
Auch mir wurde versprochen, es kommt nur der heiße Knoten weg. Tut es sicher auch in vielen Fällen, bei mir leider nicht. Ich stürzte nach der RJT in eine massive Unterfunktion und blöderweise hat man mir auch gesagt, dass die Werte jetzt stimmen und ich erst wieder in einem Jahr zur Kontrolle soll. So habe ich in knapp 6 Monaten 50kg zugenommen. Nur wir wissen alle, dass das Gewicht im Bezug auf die anderen Symptome einer Unterfunktion eigentlich eine untergeordnete Rolle spielen. Nach diesem halben Jahr ging ich dann wieder in die Klinik und die erste Frage war, was tun sie jetzt schon da! Nachdem ich aber dann darauf bestand, dass mein Gesundheitszustand abgeklärt werden soll, und dies dann auch gemacht wurde, waren eh alle ganz nett. Ich habe da halt auch eine schlechte Klinik erwischt. Jedenfalls habe ich erst im Nachhinein erfahren, dass ich ab jetzt ein Leben lang! Tabletten (nehme Thyrex 0,1 2Tbl/d) nehmen muss. Also mich nervt das jeden Tag in der Früh. Selbstverständlich nehme ich sie und ich halte auch die Zeit vorm Frühstück ein, trotzdem nervt es mich einfach.
Kurz gesagt, fühle ich mich jetzt eindeutig kranker als vorher.
Doch: es ist nur MEIN Erfahrungsbericht und mittlerweile sind 9! Jahre vergangen, vieles hat sich in der Medizin wieder verändert und verbessert.
Ich kann dir nur raten, besprich dich mit deinem Arzt, der soll dir Vor- und Nachteile von beiden Möglichkeiten genau erklären. Und wenn er es nicht tut, dann frage einen anderen.
wünsche dir jedenfalls, dass du für dich die richtige Entscheidung triffst
lg


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