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BeitragVerfasst: 01. Apr 2010 12:02 
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Registriert: 26. Jan 2010 11:59
Beiträge: 6
Hallo Ernst,

ich hätte nochmal eine Frage, vielleicht kannst du sie mir bei Gelegenheit beantworten, das wäre nett :)
Also: letzte Woche hat mein Herz irgendwie verrückt gespielt. Vor allem an 2 Tagen ist mir zwischendurch vorgekommen, es schlägt immer wieder mal einen Schlag mehr und der dann auch doppelt so fest.
Ich hab dann einen Arzt gefragt, weil ich mir überlegt hab, dass das ja vielleicht an der Schilddrüse bzw der Tablettendosis (Euthyrox 125) liegen könnte. Der hat dann auch gemeint ich solle nochmal den TSH Wert überprüfen lassen und die Dosis eventuell reduzieren bzw ein Mal in der Woche mit der Tablette aussetzen. Das hab ich dann halt am Sonntag gemacht.
Eigentlich spür ich jetzt eh nichts mehr, ganz selten zwischendurch noch einen komischen Schlag, das war irgendwie nur an 2,3Tagen letzte Woche..

Hab dann gestern aber trotzdem Blut abnehmen lassen und heute den TSH Wert bekommen: 0,27.
Ende Jänner war der Wert ja noch 0,08. Ist 0,27 jetzt wieder zuviel?
Kenn mich jetzt irgendwie nimmer aus… ;) Laut Wert bin ich ja gar nicht zu hoch eingestellt oder?

LG


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BeitragVerfasst: 01. Apr 2010 18:44 
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Registriert: 25. Okt 2006 20:10
Beiträge: 272
Wohnort: Wiener Neustadt
Die TSH-Unterdrückung bei Schilddrüsenkrebs hat zwei Ziele: Erstes Ziel ist den Verlust der Schilddrüse zu ersetzen (=Substitution) und normale Schilddrüsenwerte im Blut zu erreichen. Zweites Ziel ist ein Wachstum von verbliebenen Schilddrüsenzellen bzw. von papillären oder follikulräen Schilddrüsenkrebszellen zu verhindern, welches durch das TSH (=Thyroidea stimulierendes Hormon) stimuliert wird.

Der TSH-Wert soll daher anfänglich bei Schilddrüsenkrebspatienten auf ≤ 0,1 mU/l gedrückt werden (=TSH-Suppression).

Unstrittig ist unter den Ärzten, dass eine TSH-Unterdrückung unter einen Wert von
≤0,05 mU/l oder niedriger, keinen weiteren Vorteil bei der Verhinderung eines Wiederauftretens des Schilddrüsenkrebses (=Rezidiv) hat.
Auch wenn der Schilddrüsenkrebs noch fortbesteht sind sich die Ärzte einig, dass eine TSH-Unterdrückung sinnvoll ist.

Die Studienlage zu weiteren TSH-Unterdrückung in der Nachsorge für das Wiederauftreten des Schilddrüsenkrebs ist jedoch uneinheitlich.

Sicher weiß man jedoch, dass die TSH-Unterdrückung auf Dauer erhebliche Nebenwirkungen hat.
Die Nebenwirkungen einer auch leichten Schilddrüsenüberfunktion reichen von Bewegungsunruhe, Zittern, Nervosität bis hin zu Osteoporose und Herz-Kreislaufrisiken.

Ob der TSH auf Dauer unterdrückt werden soll, hängt von verschieden Faktoren ab. Auf der einen Seite stehen die Klassifikation des Tumors und die Eingruppierung in eine Risikogruppe. Auf der anderen Seite stehen andere Vorerkrankungen, insbesondere Herz-Kreislauferkrankungen.

Da es sich hier immer um eine Risikoabwägung handelt, sind die Empfehlungen der Leitlinien (Amerika, Europa und Deutschland) über die richtige TSH-Einstellung auch unterschiedlich, obgleich die wissenschaftliche Grundlage zum Teil dieselbe ist.

Einig ist man sich, dass bei Patienten, die in der ganzen Nachsorge als völlig geheilt betrachtet werden können, die Suppressions-Therapie durch eine reine Substitutions-Therapie ersetzt werden kann. Bei den Fragen für welche Risikogruppen und ab welchem Zeitpunkt unterscheiden sich jedoch die Empfehlungen ebenso wie in der Frage, welche Werte in einer Substitutionstherapie anzustreben sind.

Im Folgenden wird daher nur auf die Empfehlung der European Thyroid Association (ETA) eingegangen. Die ETA empfiehlt bei high-risk Patienten (jedes pT3, jedes pT4, jedes N1, jedes M1) und bei einem fortbestehen der Tumorerkrankung einen TSH-Wert von ≤ 0,1 mU/l. Bei low-risk Patienten (pT1-2 N0 M0) sowie Patienten der high-risk Gruppe (nach einem Zeitraum von 3-5 Jahren bei unauffälligen Tumormarkern) wird ein TSH-Wert zwischen 0,5 und 1,0 mU/l angestrebt. In den amerikanischen Leitlinien werden hier gar Werte zwischen 0,3 und 2,0 mU/l empfohlen.

Die Risikoabwägung kann letztlich jedoch nur von Arzt und Patient gemeinsam getroffen werden und muss eventuell auch durch Hilfestellungen durch eine Selbsthilfegruppe oder eines professionellen Psychotherapeuten begleitet werden, da das Wissen um die unterschiedlichen Risiken eine psychische Belastung des Patienten sind.

Einige Patienten leiden sehr unter der TSH-Unterdrückung. Eine Linderung der Überfunktions-Beschwerden kann man durch L-Carnitin erreichen, ohne dass dadurch die TSH-Unterdrückung gefährdet ist.

Hoffe Dir damit geholfen zu haben und wünsche
Frohe Ostern

LG. Ernst


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01. Apr 2010 21:46 
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Registriert: 26. Jan 2010 11:59
Beiträge: 6
danke! :)
eine Frage hätte ich jetzt noch. Da ich durch das N1a ja nicht als Low Risk Patient gelte, ist der TSH Wert von 0,27 ja dann eigentlich zu hoch.
Soll ich jetzt was unternehmen oder kann ich bedenkenlos die nächste Untersuchung im KH in 3Monaten abwarten?
Oder kann der Wert auch mal schwanken oder nicht stimmen? Weil irgendwie hat der ja noch Ende Jänner ganz gut gepasst mit 0,08. Versteh jetzt eigentlich nicht warum er angestiegen ist.
Bin jetzt ein bisschen beunruhigt, obwohl ich vorher ja noch dachte, dass ich eventuell zu hoch eingestellt bin.. :-/

Frohe Ostern:)


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BeitragVerfasst: 02. Apr 2010 15:48 
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Registriert: 25. Okt 2006 20:10
Beiträge: 272
Wohnort: Wiener Neustadt
ok....also du hast jetzt gerade einen Denkfehler ^^ ;-)

wenn du mehr SD-Hormon einnimmst, bei Dir 125 Euthyrox, dann sinkt der TSH. Da du dabei jedoch Überfunktionserscheinungen hattest, wurde die Dosis durch weglassen reduziert. Dadurch beginnt dann der TSH leicht zu steigen. Ich würde es jetzt mal die 3 Monate so lassen und dann nochmal kontrollieren.

Mach dir nicht unnötig sorgen, ganz liebe Grüsse
Ernst


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