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Die Iodprophylaxe-eine Gesundheitsmaßnahme auf dem Prüfstand
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Autor:  SHG AI-SD-Erkrankungen [ 07. Sep 2006 19:53 ]
Betreff des Beitrags:  Die Iodprophylaxe-eine Gesundheitsmaßnahme auf dem Prüfstand

Vorankündigung Schwerpunktthema Jod für unser nächstes Treffen am 29.9.2006

Wir freuen uns sehr, dass wir für Euch im September einen Vortrag zu einem ganz besonders wichtigen Thema rund um die Schilddrüse, dem Jod, organisieren konnten.

Dazu haben wir Frau Dipl. oec. troph. Claudia Arnold eingeladen, sie wird aus Deutschland anreisen um uns kompetent zu informieren.

Termin: 29. September 2006, 18.30 Uhr
Ort: Frauengesundheitszentrum Graz
Referent: Dipl. oec. troph. Claudia Arnold
Kosten: freiwillige Spende
Um Anmeldung wird gebeten unter mb.schilddruese@gmx.at oder 0664/48 70 232

Alle Infos findet Ihr auf der HP unter http://members.aon.at/shg.schilddruese/page_3_2.html

Bitte gleich den Termin vormerken! Wir freuen uns schon sehr.

lg
das SHG-Team.


Zum Einlesen eine Information vorab:

Die Iodprophylaxe - eine Gesundheitsmaßnahme auf dem Prüfstand

Als Land mit vielen Gebirgszügen gilt Österreich neben der Schweiz und Süddeutschland als klassisches Iodmangelgebiet.

Bereits bei Jugendlichen konnten in der Vergangenheit vergrößerte Schilddrüsen festgestellt werden. Die Anreicherung von Lebensmitteln mit Iod hat daher in Österreich eine längere Tradition.

1963 wurde erstmals gesetzlich festgelegt, dass Haushaltssalz obligatorisch mit 10 mg Kaliumiodid pro kg Salz angereichert werden muss, 1990 wurde dieser Zusatz auf 20 mg erhöht.

Auch viele Bäckereien, Fleischereien und Lebensmittelhersteller verwenden Iodsalz, ebenso ist Tierfutter angereichert, sodass tierische Produkte einen erhöhten Iodgehalt aufweisen.

Im Zuge dieser Maßnahmen konnte ein Rückgang der Struma (Kropf) in der jüngeren Generation festgestellt werden. Gleichzeitig war jedoch ein Anstieg bisher seltener Schilddrüsenerkrankungen,wie der Überfunktion aufgrund einer Schilddrüsenautonomie, des Morbus Basedow und der Hashimoto-Thyreoiditis, zu beobachten.

Die Frage ist daher zu diskutieren, ob das Zurückdrängen der Struma einerseits nicht mit einer Zunahme von gravierenden Schilddrüsenerkrankungen andererseits zu teuer erkauft worden ist.

Das Problem einer generellen Iodprophylaxe ist und bleibt die Undifferenziertheit der Maßnahme, die wenig auf den individuellen Bedarf eingehen kann. So ist es für Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion oder einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse schwierig, die Iodaufnahme im unteren Bereich der Zufuhrempfehlungen zu halten, da weder eine eindeutige Kennzeichnung, noch eine ausreichende Transparenz vorhanden sind, welche Lebensmittel wie viel Iod enthalten.

Schließlich mangelt es an eindeutigen, wissenschaftlichen Aussagen, der regelmäßigen Überprüfung des Iodstatus der Bevölkerung und des Iodgehalts der Lebensmittel, sodass die Auswirkungen der Iodprophylaxe nur schlecht kontrollierbar sind.

Als Fragen werden uns beschäftigen:

* Welche Rolle spielt Iod für die Gesundheit des Menschen?
* Wie ist der Iodstatus der Bevölkerung?
* Welche Lebensmittel sind mit Iod angereichert, welche natürlichen Iodquellen gibt es?
* Welche Auswirkungen hat die Iodprophylaxe?
* Welche Fragen bleiben offen?

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