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Liegt wirklich eine Unterfunktion vor?
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Autor:  eluvio [ 20. Dez 2012 20:22 ]
Betreff des Beitrags:  Liegt wirklich eine Unterfunktion vor?

Guten Abend Zusammen,
da ich bisher keinerlei persönlich betroffene Personen kenne, wende ich mich mit voller Hoffnung an euch.

Zuerst einmal zu meiner Person:
Ich heiße Andreas, bin 25 Jahre alt und habe seit geraumer Zeit viele Anzeichen für eine Unterfunktion. Ich war aufgrund der Beschwerden nun beim Endrikologen und habe meine ersten Ergebnisse bekommen. Man muss an dieser Stelle erwähnen, dass ich im Dezember 2011 145kg auf die Waage gebracht habe und nun ca 66kg wiege (radikale Diät). Leider hab ich durch die Diät meinen Stoffwechsel sehr heruntergefahren, diesen aber Woche um Woche langsam wieder erhöht, sodass ich seit September meinen normalen Gesamtumsatz zu mir nehmen kann ohne zuzunehmen. Sport betreibe ich 3x die Woche. Weiterhin wurde im August eine Blutuntersuchung gemacht, bei der eine grenzwertige Unterfunktion festgestellt wurde und mir lediglich zur täglichen Einnahme einer Jodidtablette geraten wurde.

Aktuelle Ergebnisse vom 27.11.2012:
GFR: >60 ml/min (>60)
Leuc: 7.04 nl (4,00-9.40)
Eryt: 4.07 Mill./ul (4.20-6.20)
Hb: 13.0 g/dl (14.0-18.0)
Hkri: 39.30% (40.00-52.00)
HbE: 32.1 pg (28.0-33.0)
%Hypo: 3.20% (<5.00)
MCV: 96.7 fl (84.0-96.0)
Thro: 281 /nl (140-336)
Hsre: 3.80 mg/dl (2.00-7.00)
Krea: 0.79 mg/dl (0.50-1.10)
TSH1: 5.580 mU/l (0.400-4.000)
GOT: 32.0 U/I (<50)
GPT: 84.0 U/I (<50)
Y-GT: 87.0 U/I) (5.0-55.0)
LDH: 186 U/I (30-250)
FERRI: 456 Mikrogr/I (22-322)
TPOAKO: <28 U/ml (<60)
VITAM D: 36 Mikrogr/I (20-70)
THYROX: 1.2 ng/dl (0.7-1.6)
TRIJOD: 2.3 ng/dl (2.2-4.5)

Anhand dieser Ergebnisse wurde ein Gentest zwecks einer möglichen Generkrankung aufgrund des viel zu hohen Eisenwerts gemacht, zum Glück negativ. Fakt ist, dass ebenfalls eine Fettleber vorhanden ist. Diese ist definitiv NICHT auf einen übermäßigen Alkoholkonsums zurückzuführen, da ich im letzten Jahr 3 Bier und ein Glas Wein getrunken hab (die Jahre davor auch kaum Alkohol konsumiert). Es wird paradoxerweise auf eine Mangelernärhung zurückgeführt oder eben aufgrund der vielen Faktoren die mein starker Gewichtsverlust beeinflusst hat (Schilddrüse, Stoffwechsel, Ernährung, Leber, Eisen, Hormonhaushalt allgemein)

Seit etwa 10 Tagen bekomme ich L-Thyrox 25 (Hexal) verschrieben und fühle mich subjektiv auch schon ein wenig besser.
Jodid sollte ich absetzen, wobei eine mögliche Autoimmunerkrankung ausgeschlossen wurde, Ultraschall zeigt eine verkleinerte Schilddrüse.

Heute wurde erneut Blut abgenommen und ich habe nun bereits einen TSH von 3.9 mU/l und soll nun meine Dosis auf L-Thyrox 50 erhöhen und im Januar erneut zu einer Blutuntersuchung erscheinen.

Leider ist das Thema Schilddrüse immer eine sehr spezielle Sache, wo ich mir gerne einmal unterschiedliche Meinungen von Betroffenen anhören möchte. Was haltet ihr von den Werten? Der so schnellen "Verbesserung"? Ist die Diagnose des Endrikologen richtig? Liegt eine Unterfunktion vor durch L-Thyrox korrekt behandelt wird?
Der Endrikologe meinte das ich mit 3.9 eigentlich schon im Normbereich (0.4-4.0) liege und auch die 25er Dosis beibehalten kann oder auf 50 erhöhen könnte wenn ich das möchte (habe ich befürwortet). Wo sollte ich denn "stehen" wenn ich richtig eingestellt bin? Meinte mal irgendwo was von 1,xx gelesen zu haben, stimmt das?

Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Erfahrungen und Ratschläge zu den Blutwerten nennen.

Liebe Grüße aus Deutschland

Andreas

Autor:  hutzl [ 02. Jan 2013 11:11 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Liegt wirklich eine Unterfunktion vor?

hallo andreas,

zuerst einmal gratulation zu dieser abnahme - auch wenns nicht gerade *xund* ist, so schnell abzunehmen, kann ich es durchaus verstehen, bin auch eine radikale!

Wie du schreibst, kann man eine Autoimunerkrankung schon mal ausschliessen. Da sind soviele Werte gemacht worden, dazu kann ich dir kaum was sagen.

ABER - dein TSH sollte bei Einnahme von Hormonen bei ca. *1* liegen, dh du bist noch nicht ganz eingestellt und muss die Dosis erhöhen.
Es sollten auch die freien Werte gemacht werden (mir kommt vor die fehlen bei deiner aufstellung)
Ft3 + Ft4 sollten im oberen drittel sein.

Ich habe auch erhöhte Leberwerte und einen extremen Cholesterin - keiner weiss, woher - ich trinke schon mal alkohol, aber ich saufe nicht und ich ernähre mich ziemlich gesund und fettarm.

Du kannst nur versuchen mit bestimmten Diäten eine Verbesserung zu erhalten.

ich wünsch dir alles liebe
lg claudia

Autor:  eluvio [ 02. Jan 2013 12:29 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Liegt wirklich eine Unterfunktion vor?

Hallo Claudia,

vielen Dank für deine Antwort! Mittlerweile kann ich sagen, dass ich mich nach 2 Wochen L-Thyrox 50 schon deutlich besser fühle wie zuvor. Nächste Woche werde ich den nächsten Termin zur Blutabnahme haben und bin dann mal gespannt wie die neuen Werte aussehen (dieses Mal werde ich auch die Einnahme einer Tablette vor der Untersuchung unterlassen, da sonst das Ergebnis durch den "Einnahmepeak" verfälscht wird.

Die fT3 und fT4 Werte sind ebenfalls in der Liste aufgeführt, allerdings unter den medizinischen Namen und daher dir vermutlich im schnellen drüberschauen entgangen, ich häng sie dir nochmal an.

THYROX (ft4): 1.2 ng/dl (0.7-1.6)
TRIJOD (ft3): 2.3 ng/dl (2.2-4.5)

Deine Aussage nach ist der ft4-Wert in Ordnung, der ft3 aber deutlich zu niedrig oder? Kann man daraus eine Schlussfolgerung ziehen, wenn der TSH und ft3 nicht stimmen, der ft4 aber dennoch?
Ich habe vor ein paar Tagen einen recht interessanten Bericht über Nebenerscheinungen einer Hashimoto gelesen, bei welcher meine schlechten Werte (Fettleber, Ferritin zu hoch, die anderen Eisenwerte zu niedrig, Vit B12 Mangel) auf diese hindeuten und oft mit auftreten. Kann man wirklich eine Hashimoto definitiv ausschliessen oder kann eine Hashimoto auch ohne TPOAKO auftreten?

Liebe Grüße und noch ein gutes neues Jahr.

Andy

Autor:  hutzl [ 02. Jan 2013 13:17 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Liegt wirklich eine Unterfunktion vor?

hi,

tatsächlich ist es so, dass Hashimoto auch OHNE nachweisbaren Antikörper existieren kann - soweit ich mich erinnere, kann man aber hashi auch anhand der größe und dichte der SD feststellen.

Schön, dass es dir schon besser geht - allerdings sollten zwischen den Blutkontrollen minestens 4-6 Wochen liegen. und JA, an dem Tag keine Tablette essen, weil es sonst das Bild verfälscht!

Da meine ft-werte immer gut im oberen Drittel liegen, kann ich dir nicht sagen, ob es etwas ausmacht, wenn einer nicht so gut eingestellt ist (ich denke aber schon, wenn der körper extrem sensibel reagiert)!

Ich kann dir das Buch: leben mit Hashimoto - sehr ans herz legen. es geht darin nicht NUR um Hashi, sondern um vieles was mit SD-UF/ÜF zutun hat - sehr informativ und brauchbar für den Alltag!

Dir auch ein gutes neues jahr
lg claudia

Autor:  eluvio [ 02. Jan 2013 16:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Liegt wirklich eine Unterfunktion vor?

Vielen Dank für deine Auskunft. Das Buch klingt sehr vielversprechend und wurde direkt bestellt. Ich denke das Buch wird mir noch so einige offene Fragen beantworten :)

Müssen wirklich 4-6 Wochen dazwischen liegen? Dann werde ich am Besten meinen Termin nochmal um 2 Wochen nach hinten hinausschieben um dann eine genauere Analyse zu bekommen.

Die neuen Werte werde ich auf jedenfall posten, sobald ich sie habe.

Liebe Grüße

Andy

Autor:  Maus [ 05. Jan 2013 19:28 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Liegt wirklich eine Unterfunktion vor?

hallo !

und bitte "nicht vergessen", am tag der blutabnahme KEINE hormone einnehmen, da dadurch die werte verfälscht werden können.

lg
MAUS

Autor:  eluvio [ 05. Jan 2013 20:15 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Liegt wirklich eine Unterfunktion vor?

Vielen Dank für den Hinweis, daran werde ich auf jedenfall denken!

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