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BeitragVerfasst: 29. Jul 2010 18:14 
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Registriert: 29. Jul 2010 13:19
Beiträge: 1
Hallo,
ich wollte mich mal informieren, ob bezüglich meiner Unterfunktion noch Optimierungsbedarf besteht.


Erstmal zur Diagnose meiner Unterfunktion und dem bisherigen Behandlungsverlauf:
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Während einer Erkältungsphase hatte ich verstärkte Schluckprobleme, wo mein Hausarzt dann eine vergrößerte Schilddrüse feststellte. Darauf folgte eine Blutuntersuchung, deren genaue Resultate mit leider nicht mitgeteilt wurden, jedoch war der TSH entsprechend erhöht, sodass mir 50 mikrogramm Levo-Thyroxin verschrieben wurde. Weiterhin fand eine Sonographie statt, in der offenbar keine Auffälligkeiten, bis auf die vergrößerte SD, festgestellt wurden. Dementsprechend muss ich wohl annehmen, auch da ich ein Kombi-Präperat mit Iod verschrieben bekomme, dass es kein Hashimoto ist.
Nach nun einigen Monaten der Einahme des LT hatte ich erneute Blutuntersuchung. Diesmal wurde mir ein TSH von 1,7 mitgeteilt, was wohl schon deutlich besser aussieht.

Aktuelle Situation:
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Nachdem ich nun mich noch etwas belesen habe, scheint dieser TSH zwar für einen gesunden, nicht LT nehmenden Menschen in Ordnung zu sein, aber Zielwert bei einer Struma-Behandlung, sollte wohl eher ein TSH von 0,3 bis 1,2 sein, wo ich noch ein gutes Stück darüber liege. Auch der Beipackzettel des LT schlägt bei meinem Gewicht eher eine Tagesdosis von 75 mikrogramm vor.

Vor allem stellt sich mir die Frage, ob im Bereich der Psyche eine erhöhte Dosis mir helfen kann. Dort gibt es einige Probleme, die man mit den Symptomen einer Unterfunktion in Verbindung bringen kann. So leide ich unter Prokrastination (Aufschieben von Aufgaben) und kann nur schwer mir weniger angenehme Aufgaben erfüllen bzw. habe Schwierigkeiten mich zu konzentrieren. Weiterhin bin ich generell antriebs- und motivationslos, auch im Bezug auf Dinge die eigentlich zu meinen Interessenbereichen gehören. Ebenso habe ich auch gewisse depressive Tendenzen.

Wobei ich aber auch sagen muss, dass diese psychischen Probleme mich schon viele Jahr begleiten und ich nicht weiß ob man sie wirklich der Unterfunktion zuordnen kann oder ob sie andere Ursachen besitzen.
Oder wäre es denkbar, dass meine Schilddrüse schon über 5 Jahre oder länger Probleme macht?

Weiteres Vorgehen?:
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Die nächste (größere) Untersuchung, TSH und Sonographie, wäre laut Arzt erst am Ende des Jahres. Oder sollte ich nochmal selbst aktiv werden und eine vollständige Blutuntersuchung mit freien Werten fordern und den Arzt auf die korrekte Einstellung des TSH auf die wissenschaftlich belegten 0,3-1,2 ansprechen?
Oder wäre vielleicht ausgehend von dem 1,7er TSH und meiner Symptomatik einen eigenständige Erhöhung des LT auf 75 mikrogramm angebracht?

Freue mich schon auf Antworten, Tipps und eure Erfahrungen.

struman


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BeitragVerfasst: 10. Aug 2010 0:07 
Offline

Registriert: 10. Sep 2008 21:44
Beiträge: 397
Wohnort: wien
Hallo Struman,

zu deiner Schilderung ein paar Fragen bzw. Anmerkungen:

1) Worauf gründet sich die Aussage deines Arztes, du hättest kein Hashimoto? Und wenn es nicht Hashi ist, was ist dann verantwortlich für deine damalige Unterfunktion? Hashimoto ist bei weitem die häufigste Ursache dafür, denn Jodmangel gibt es seit der jahrzehntelangen flächendeckenden Zwangsjodierung in unserem Land nicht mehr.

Womit wir gleich beim nächsten Punkt wären:

2) Du schreibst, du erhältst ein Jodpräparat. Dieses ist bei Hashimoto kontraindiziert, und selbst wenn du kein Hashi hättest (wie ja dein Arzt meint), kann Jod durchaus Autoimmunprozesse (darunter solche der Schilddrüse) auslösen. Warum hat er dir kein reines Thyroxin (ohne Jod) verschrieben?

3) Man sollte die Dosis nicht allein anhand des TSH festsetzen. Eine Dosierung anhand des Körpergewichtes ist nur ein grober Richtwert; letztlich hängt die richtige Dosis a) von deinem tatsächlichen Bedarf an Schilddrüsenhormonen und b) von der Eigenproduktion deiner Schilddrüse ab. Die Differenz ist grob gesagt das, was du extern zuführen musst. Das findest du aber nur durch allmähliches Herantasten an deine Wohlfühldosis heraus, das heißt: schrittweise Erhöhungen mit einer längeren stabilen Phase und dazwischen regelmäßige Blutkontrollen (zu Beginn alle 4 - 6 Wochen) vor allem der freien Werte sowie des TSH.

4) Nächster Punkt: Ja, die freien Werte sollten unbedingt gemessen werden, um ein vollständiges und möglichst genaues Bild deiner hormonellen Lage zu erhalten. Um etwaige fiktive Einwände seitens deines Arztes Kategorie "Das zahlt die Krankenkasse nicht" gleich im Voraus zu entkräften: Doch, zahlt sie sehr wohl bei nachgewiesener Schilddrüsenfehlfunktion sowie bei bereits eingeleiteter Hormonsubstitution. Beides trifft bei dir zu, ergo gibt es keinen Grund, die freien Werte zu verweigern.

Auch sollte möglichst bald ein Ultraschall erfolgen (also nicht bis Jahresende warten, schon gar nicht bei einer Struma, die offensichtlich schon Probleme bereitet), evtl. auch eine Szintigrafie (um Knoten auszuschließen bzw. eine Autoimmunthyreopathie zu erkennen) und ein Antikörpertest (ebenfalls im Hinblick auf Autoimmunthyreopathie).

Ich würde mir an deiner Stelle eine Überweisung zu einer Schilddrüsenambulanz geben lassen, dort gehören diese Maßnahmen, von denen ich dir oben geschrieben habe, zur Untersuchungsroutine. Hausärzte sind nun mal keine Schilddrüsenexperten. Es ist zwar toll, dass dein HA überhaupt die SD als Ursache in Erwägung gezogen hat, aber zur Diagnosefindung und Behandlung gehört schon ein bisschen mehr als TSH und ein vager Ultraschall. Wer hat den US überhaupt erstellt? Ein Internist?

LG
Maerchen


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