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Essay: Thyrex und Gewicht
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Autor:  Leitwolf [ 23. Aug 2004 18:37 ]
Betreff des Beitrags:  Essay: Thyrex und Gewicht

Da hier viele über dieses Problem klagen möchte ich mich mal zu diesem Thema versuchen.

Bei mir wurde mit 17 eine UF diagnostiziert. Ich war damals untergewichtig (m/176/50kg) und hatte über ein Jahr etwa 10kg abgenommen. Mein tägliche Kalorienaufnahme lag bei etwa 1200-1500 kcal. UF Symptome hatte ich schon seit der Pubertät und mein mangelnder Appetit war wohl auch eine Folge der UF.

Als ich dann 50µg T4 nahm, stieg mein Gewicht rasch an - auf etwa 60 kg. Ich fing dann an ins Fitnesscenter zu gehn und wollte Muskelmasse aufbauen - und weiter zunehmen. Ich kam aber über 65 kg nicht hinaus, obwohl ich ass wie ein Mähdrescher (3000-4000kcal am Tag)

Künstliche SD Hormone sind ein mächtiges Werkzeug und werden in der Regel in ihrer Wirkung weit unterschätzt. Oft werden sie - fälschlicher Weise - als eine Art Drehregler für das Körpergewicht angesehen, so auf die Art: mehr und man nimmt ab, weniger und man nimmt zu..

Richtig ist dass sie das Stoffwechseltempo regeln. Darüber hinaus aber hängen praktisch ALLE Prozesse des Körpers an diesen Hormonen. Also auch sämtliche anderen Drüsen und somit steigt nicht nur der Pegel der SD Hormone sondern auch der vieler anderer.

Der Verdaungstrakt wird aktiviert - es fliessen mehr Verdauungssäfte, auch der Speichelfluss nimmt zu. Wachstumshormone (deren Wirkung in manchen Dingen übrigens jenen der SD Hormone ähnelt) steigen an, aber auch Cortisol, Sexualhormone, etc. Keines dieser Hormone bewirkt unmittelbar eine Abnahme des Körpergewichts - im gegenteil. Viele davon fördern etwa die Einlagerung von Wasser im Gewebe, was aber auch gesund für den Körper ist. Dieser Mangel an Gewebsflüssigkeit ist auch der Grund für die trockene Haut die bei einer UF typisch ist. Nicht zu verwechseln ist das mit UF- Ödemen die eine Folge von Verschlackung sind und kein "aktives" Wasserdepot darstellen.

Aus diesen Gründen wird durch die Einnahme von SD Hormonen regelmässig eine rasche Gewichtszunahme um ein paar Kilo stattfinden. Durch bessere Verdaungsleistung, aber auch vermehrte Insulinproduktion und GH-Ausschüttung steigt aber gleichmassen der Appetit wie auch die Fähigkeit des Körpers Kalorien zu speichern - in Fett- und Muskelgewebe.

Unterm Strich steigt aber der Kalorienverbrauch, das ist bekannt und das weiss auch jeder Arzt. Deshalb ist es nicht verwunderlich dass Ärzte wenig "Verständnis" für die Gewichtsprobleme aufbringen.

Combithyrex, bzw. T3 als Teilersatz für T4 ist medzinischer Unsinn - von wenigen Spezialfällen abgesehen. T3 wirkt zu kurz, als dass es aussreichen würde es einmal am Tag zu nehmen. Optimal wären 2, besser noch 3 oder 4 Kleinstdosen über den Tag verteilt. Wenn es nur einmal täglich genommen wird, stellt das eine täglich hormonelle Hochschaubahn dar, die dem Körper eigentlich nicht zugemutet werden sollte.

Der Körper wandelt von sich aus T4 in T3 um. Damit dass gut funktioniert braucht es allerdings oft einige Zeit während der sich der Körper daran "gewöhnen" muss. Auch kann diese Umwandlung durch Hungern unterdrückt werden. Wer hungert hat einen niedrigen T3 Level - eine Hauptursache für den bekannten "Jojo Effekt". Wer aber dauerhaft T4 (Thyrex, Euthyrex etc.) einnimmt bekommt auch einen "schönen" T3 Spiegel. Da sei nochmal mein eigenes Beispiel angeführt...

Was man (frau) inzwischen tun kann: keine Dickmacher essen! Wie gesagt besitzt der Körper durch die Einnahme von SD Hormonen eine ausgeprägtere Fähigkeit Insulin zu produzieren. Werden dann Süßigkeiten gegessen reagiert der Körper sensibler und lagert mehr Körperfett ein.

Autor:  ixma [ 23. Aug 2004 23:49 ]
Betreff des Beitrags: 

Lieber Leitwolf!
Auch ich bin davon betroffen. Diagnostiziert wurde UF 2001, hatte es aber bereits seit 1999 (immer wieder leichter Gewichtsanstieg ohne Grund, Haare fielen mir aus, konnte nicht mehr richtig sprechen, usw.). Wenn ich meine ohne Grund, dann meine ich ohne Grund. Ich esse nur Obst und Gemüse, zwischendurch Puten- und Hühnerfleisch (aber sehr selten), Fisch und trinke Leitungswasser (außer meinen Kaffee in der Früh mit einem Löffel Zucker), mache ca. 3 Stunden Sport oder gehe viel spazieren in der Woche und nehme nicht ein Gramm ab. Gehe alle meine Wege zu Fuss. Hatte vor meiner UF leichtes Untergewicht (160 cm, 45 kg). Ich glaube jetzt nicht, dass mein Kaffee mit einem Löffel Zucker mich so dick macht!
Meine Freundin hat auch UF, hat aber Normal- bis Untergewicht und isst den ganzen Tag nur süßes, süßes und süßes.
Das sagt uns wieder einmal, entweder du hast die Veranlagung oder auch nicht. Liebe Frauen, nur ich kasteie mich und nicht die Krankheit mich. Ein bisschen Sünde (in Massen natürlich, siehe meinen Kaffee in der Früh! ;-)) darf auch sein.

Liebe Grüße

Dani

Autor:  Gast [ 24. Aug 2004 16:22 ]
Betreff des Beitrags: 

hi leitwolf (cooler name) weisst du auch was über die wirkung natürlicher hormone - wie armour?

Autor:  Gast [ 07. Sep 2004 14:14 ]
Betreff des Beitrags: 

HAllo,

endlich habe ich eine Anwort auf die Frage, warum ich seit meiner OP vor 11 Monaten zugenommen habe! Die Ärzte haben immer gesagt, da ändert sich halt der Stoffwechsel, aber begründen konnte mir das keiner! Nun wurde mir Guarana (koffeinhaltig) empfohlen, um den Hunger zu stillen und Gewicht zu reduzieren, bis jetzt merke ich jedoch nur, dass mein tägliches "Mittagstief" schwindet. Leider weiß ich nicht, ob die Guarana-KApseln Einfluß auf meine Werte haben, diese sind im Normbereich, schon eher an der Grenze zur Überfunktion. Kennt jemand Guaran und die Wirkung auf die Schilddrüse, ist es unbedenklich oder komme ich damit tätsächlich in die ÜF? Auch ich verliere totz Ernährungsumstellung und mehr Sport kein Gramm!!
Bin für sämtliche Ideen und Tips von Betroffenen sehr dankbar!

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