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 Betreff des Beitrags: Hashimoto und Mid-dermale Elastolyse
BeitragVerfasst: 02. Jan 2006 12:42 
Bei mir wurde vor etwa zwei Jahren mehr oder weniger zufällig Hashimoto diagnostiziert. Direkte Beschwerden hatte ich keine. Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse besteht ebenfalls keine. Ich leide allerdings seit drei Jahren an Juckreiz fast am ganzen Körper und bekam vor zwei Jahren eine chronische Urtikaria (Auslöser Druck, Kratzen und ähnliches). Hinzu kommt, dass mir bereits vor vielen Jahren - etwa zehn, kann mich nicht mehr genau erinnern - auffiel, dass sich meine Haut am Dekolletee und an den Schultern in einem mit deutlichem Rand begrenzten Areal verändert hatte - mittlerweile habe ich die Diagnose "Mid-dermale Elastolyse" und die Krankheit schreitet rasch fort -an den Armen, am Rücken entlang der Wirbelsäule, am Bauch. Die Dermatologen meinen, die Krankheit sei sehr selten, man könne sie nicht aufhalten, wir versuchen nun eine Therapie mit Lurantal (Vitamin A) zum Einnehmen. Sie vermuten allerdings, die Elastolyse stehe im Zusammenhang mit Hashimoto. Wer kann mir mehr darüber sagen? Ich bin für jede Information dankbar!

Gudrun


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03. Jan 2006 2:55 
Offline

Registriert: 10. Dez 2005 23:34
Beiträge: 318
Gast hat geschrieben:
Bei mir wurde vor etwa zwei Jahren mehr oder weniger zufällig Hashimoto diagnostiziert. Direkte Beschwerden hatte ich keine. Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse besteht ebenfalls keine. Ich leide allerdings seit drei Jahren an Juckreiz fast am ganzen Körper und bekam vor zwei Jahren eine chronische Urtikaria (Auslöser Druck, Kratzen und ähnliches). Hinzu kommt, dass mir bereits vor vielen Jahren - etwa zehn, kann mich nicht mehr genau erinnern - auffiel, dass sich meine Haut am Dekolletee und an den Schultern in einem mit deutlichem Rand begrenzten Areal verändert hatte - mittlerweile habe ich die Diagnose "Mid-dermale Elastolyse" und die Krankheit schreitet rasch fort -an den Armen, am Rücken entlang der Wirbelsäule, am Bauch. Die Dermatologen meinen, die Krankheit sei sehr selten, man könne sie nicht aufhalten, wir versuchen nun eine Therapie mit Lurantal (Vitamin A) zum Einnehmen. Sie vermuten allerdings, die Elastolyse stehe im Zusammenhang mit Hashimoto. Wer kann mir mehr darüber sagen? Ich bin für jede Information dankbar!

Gudrun


Hallo Gudrun,

worauf stützt sich die Diagnose Hashimoto bei Dir (Blutwerte wie TPO's, Tg-AK's, fT 3/4, Sono?)? Unter diesen Links findest Du Infos u. a. zu den assoziierten Krankheiten:

http://www.schilddruesenpraxis.de/downl ... chuere.pdf

http://www.hashimotothyreoiditis.de/

Die Elastolyse ist - wenn sie es denn wirklich sein sollte - tatsächlich sehr selten. Gibt oder gab es denn in Deiner Familie (Eltern, Großeltern) schon ähnliche "Hautkrankheiten"? Man vermutet u. a. einen Gendefekt als mögliche Ursache für diese Erkrankung. Einen Zusammenhang mit Hashimoto konnte ich nirgends (auch nicht im Pschyrembel) finden, was aber nicht viel heißen muss, denn bei beiden Krankheiten besteht in vielerlei Hinsicht Forschungsbedarf.

Beim Lesen der von Dir beschriebenen Symptome fiel mir ad hoc die folgende Beschreibung von Reaktionen auf Jod ein:

http://www.inchem.org/documents/jec...no/v024je11.htm

Sensitivity reactions

Certain individuals appear to be sensitive to iodine and may
react to excessive intake with fever, salivary gland enlargement,
and/or ioderma. Fisherman & Cohen (1977) indicated that some of
their patients experienced allergic anaphyllactoid reactions to
iodine in the form of rhinitis, cough, dyspnea, wheezing, and
cerebral symptoms secondary to hypotension. Sulzberger & Witton
(1952) have characterized the dermatoses resulting from sensitivity
to iodine. The ioderma reported in the cited studies was often
described as pruritic red rashes or as generalized urticaria with
angio-edema. In several cases there were bullous vesicular
eruptions, purpuric hemorragic eruptions, pustular eruptions, or
tuberous fungating eruptions. Death from these more severe forms of
ioderma was reported in several cases (Eller & Fox, 1931; Hollander
& Fetterman, 1936; Barker & Wood, 1940).

Jod steht im direktem Zusammenhang mit der Auslösung der Hashimoto-Thyreoiditis, was inzwischen zweifelsfrei nachgewiesen ist. Haut- sowie Schleimhautreaktionen auf Jod sind ebenfalls nicht selten.

Deine Hautveränderungen könnten aber auch die Folge von Fructose- und/oder Histaminintoleranz sein. Auch Kollagenosen möchte ich nicht ganz ausschließen (ANA). Ich habe ähnliche "Hauterscheinungen", wie Du sie beschreibst (insbesondere entlang der WS). Wurdest Du schon einmal (neuro-)immunologisch untersucht?

Ich würde Dir sehr gerne weiterhelfen soweit es mir möglich ist und es interessiert mich auch selbst.

Danke daher schon jetzt für Deine Antwort!

Liebe Grüße

Norbert


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03. Jan 2006 13:05 
Hallo Norbert,

erst mal vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
Bei mir stützt sich die Diagnose Hashimoto auf die TPO-Werte. Bei der ersten diesbezüglichen Untersuchung lagen sie bei 83.48 (Normbereich U/ml <15), eineinhalb Jahre später waren sie auf über 100 angestiegen. Die anderen Blutwerte (ft3/4, bTSH, TAK etc.) lagen im Normbereich. Ich hatte auch Sono- und Szintigraphie sowie die Punktion eines Knotens.

Über Elastolyse oder Ähnliches in meiner Verwandtschaft ist mir nichts bekannt, hätte es sie gegeben, wüsste ich es aber wahrscheinlich nicht.
Direkte allergische Reaktionen schließe ich eher aus, da zB das Auftreten der Urtikaria einfach nicht mit der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel in Verbindung zu bringen war. Ich habe/hatte zwar Allergien (Pollen, Katzenhaare, Hausstaubmilben, Kitzeln am Gaumen und im Rachen bei Äpfeln, Haselnüssen, manchem Steinobst, Emmentaler), diese sind aber derzeit ganz schwach ausgeprägt. Ich trinke oft mal ein oder zwei Gläser Rotwein und esse andere Histamin haltige Lebensmittel und bemerke gar nichts. Was Jod betrifft, so wurde mir geraten, hier vorsichtig zu sein, um meine Schilddrüse nicht noch mehr zu belasten. Direkte Reaktionen zB nach Thunfisch kann ich nicht feststellen.

Eine histologische Untersuchung ergab die Diagnose "Anetodermie", später kam hinzu: Mid-dermaler Elastolyse, Granuloma anulare.
Umfassende Blutuntersuchungen wurden gemacht: Borrelienserologie elisa, Immunoblot, BB, CRP, Profil 6, ASL, Typtase, ges. IgE, ANA, Antiphospholipid-AK, Subsets.

Was bedeutet NEURO-immunologisch?

Liebe Grüße,
Gudrun


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04. Jan 2006 14:58 
Offline

Registriert: 10. Dez 2005 23:34
Beiträge: 318
Hallo Gudrun,

bin noch auf "Forschungsreise" - melde mich aber baldmöglichst!

LG - Norbert


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