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 Betreff des Beitrags: Euthyrox-Einnahme wirklich nötig?
BeitragVerfasst: 20. Sep 2005 14:27 
Hallo!

Ich bin ziemlich verunsichert, ob bei mir eine Euthyrox-Einahme (50ug) wirklich sinnvoll und vorallem nötig ist.

Nach einem Ultraschall, Szintigraphie und Blutabnahme bekam ich die Diagnose "Struma nodosa parva" bzw. "Euthyreose". Habe damals mit Euthyrox 50 begonnen.
Nach 3 Monaten wurde nochmals Blut untersucht und ich soll weiter das Medikament nehmen. Da aber meine Werte im Referenzbereich liegen, verstehe ich den Sinn einer Einnahme nicht.

Der Einfachheit halber hier die 2 Befunde:

vor Euthyrox:

TSH 1,62 (0,35-5,50)
FT4 1,32 (0,89-1,80)
FT3 3,38 (2,30-4,20)
Calcitonin <2 (0,0-13,0)

mit Euthyrox (3 Monate später)

TSH 1,08
FT4 1,43
FT3 3,10
TPO-AK(MAK) 72 (0-60)
Thyreoglobulin-AK <30 (0-60)


Ich muss dazu noch sagen, dass ich mich, seit ich das Medikament nehme, unwohler fühle. Ich habe vier Kilo zugenommen (ohne dass sich meine Lebensweise geändert hat), fühle mich unausgeglichen; so richtig unwohl halt.

Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand zu meinen Zweifeln Antworten posten würde.

(Außerdem noch eine Frage: soweit ich dass verstanden habe, ist doch FT3 die aktive und FT4 die inaktive Form. Wozu also der Umweg und dem Körper die inaktive Form verabreichen, wenn man doch gleich die aktive nehmen könnte?)

Ich danke jedenfalls im voraus für Antworten!

lg, Claudia


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21. Sep 2005 10:35 
Hallo,

Du hast nach den Blutwerten Hashimoto Thyreoiditis und Struma nodosa heißt ja, daß Du zumindest einen Knoten hast.

Die Therapie sollte sich nicht nach Blutwerten im Normbereich richten. Dein Arzt hat völlig recht, Dir Hormone zu verabreichen!

Mal eine wirklich laienhafte Erklärung von mir, denn ich bin auch nur Laie - ich denke aber, es erklärt Dir einiges.

Bei Hashi wird die Schilddrüse zerstört. Ist chronisch und das hast Du ein Leben lang. Dadurch, dass Schilddrüsengewebe kaputt geht, bedeutet dies ein vermehrtes Arbeiten des funktionstüchtigen Rests. Diese ständige Überlastunk ist Gift für die Schilddrüse. Deine Schilddrüse (wie auch meine) reagiert auf Überlastung mit Knotenbildung. Knoten können zu einem geringen Prozentsatz (3 - 5 % ca.) bösartig werden.

Um die Knotenbildung zu verhindern bzw. um den Knoten am weiteren Wachstum zu hintern, gibt man Schilddrüsenhormone. Und Dein Arzt hat richtigerweise ein Präparat ohne Jod verschrieben, denn Du hast die Hashitypischen Antikörper, wenn auch nur kurz über Normgrenze. Es kann aber zu einem anderen Zeitpunkt höhere Antikörper gegeben haben. Meine Schilddrüse ist zwischenzeitlich völlig zerstört und ich hatte auch über Jahre schwankende Antikörper von 40, also unter der Norm bis zum 10.000 und mehr. also weit über der Norm.

Du schreibst nicht, wann die letzte Blutabnahme war, außer dass es drei Monate nach Medi-Einnahmebeginn war. Nach meiner laienhaften Meinung kannst Du noch sehr gut eine Dosis-Erhöhung vertragen, denn Deine Symptomatik spricht für eine nach wie vor anhaltende oder wieder beginnende Unterfunktion. Die Dosiserhöhung ist völlig normal, denn je mehr Gewebe kaputt geht, umso weniger Restgewebe ist da, um den Körper zu versorgen, also umso mehr Hormone muß von außen zugeführt werden. Ich nehme heute L-Thyroxin 200 ein. Ich habe mit einer Dosis von 75 begonnen und dies bei ähnlichen Werten wie Du sie hattest.

Nun noch zur Verabreichnung T3 und T4:

Das Stoffwechselaktive T3 ist das, was sofort vom Körper verbraucht wird. Problem ist, daß Du selbst NIE weißt, wieviel Du jetzt brauchst. Treibst Du 1 Std. Sport, müßtest Du ausrechnen könnnen, zu welchem Zeitpunkt Du wieviel T3 Du nehmen mußt. Fällt der Sport aus, dann läuftst Du mit viel zu viel Hormon in Überfunktion herum...... oder so ähnlich.
Fakt ist, daß Dein Körper aus dem T4 selbst das T3 herstellt, so wie der Körper es braucht. Der merkt, wann Bedarf ist - Du merkst es nicht. Wäre schön, wenn man die Thyroxineinheiten ähnlich wie Insulin einfach berechnen könnte. Es ist aber nun mal nicht möglich.

Es gibt Störungen, wo der Körper nicht genug T4 in T3 umwandelt. Dies merkt man, wenn man trotz hoher Dosis und dann hohen FT4-Werten im Blut einen FT3-Spiegel am unteren Rand hat und Unterfunktionssymptome hat. In diesen Fällen gibt man T3 entweder in Kombipackungen mit T4 oder als Monopräparat DAZU. Der Körper wird immer noch zusätzlich umwandeln, daher ist dies eine sensible Geschichte, die großes Einfühlungsvermögen des Arztes verlangt und eine gründliche Kenntnis des Patienten, was die Geschehnisse in seinem Körper angehen.

Dies ist jetzt ausführlicher geworden als ich eigentlich wollte, ich hoffe jedoch, dass es einigermaßen verständlich für Dich ist.

So ist jedenfalls mein Wissen darüber.

Grüße

Anna-Lena


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23. Sep 2005 16:31 
Viele Dank für deine Erklärung und entschuldige meine erst späte Antwort.

Ich hätte mir gewünscht, der Arzt wäre auch so ausführlich bei dem ganzen "Warum und Wie" gewesen. Aber Gott sei Dank gibt es ja dieses Forum.

Die ersten Blutwerte wurden Ende Juni gemacht, bekam dann den Befund zugeschickt mit der Diagnose und der Verordnung Euthyrox zu nehmen. Vorletzte Woche war dann die zweite Blutuntersuchung (bei der dann auch auf TPO AK getestet wurde). Auch hier wieder per Post: Euthyrox weiternehmen und in 9 Monaten wiederkommen.

Dieses "Unwohlgefühl" habe ich eigentlich schon den ganzen Sommer (also seit der Einnahme des Medikaments). Naja, ich denke noch darüber nach, mir eine zweite ärztlich Meinung einzuholen (obwohl der wohl nichts anderes sagen wird).

Wie gesagt nochmals danke für deine Antwort!!!

lg, Claudia


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