Hallo Petra,
Zu der (wie ich finde) Kernfrage:
>Ich wollte daher jetzt Euch um Rat fragen: ging es Euch irgendwann wieder
>mit den Tabletten wie früher? Oder werde ich auf "Sparflamme" bleiben?
Ich will wieder einmal jenen Beitrag zitieren, den ich als erstes fand, nachdem ich suchte, was Thyrex eigentlich tun soll.
http://www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1087199
In diesem Beitrag (und ähnlichen im selben Forum) fand ich mich selbst wieder. Ich hatte kaum körperliche Schmerzen, aber dieses depressive Gefühl in mir, das mich fragen ließ, wozu ich überhaupt noch auf dieser Welt existiere war denn doch Schmerz genug.
Damals (Herbst 2008) hatte ich eine lange Phase mit übermäßigem Stress, und eine Phase mit eigeninitiierter extremer körperlicher Überlastung hinter mir. Ab Herbst 2007 war ich dann auch noch arbeitslos. Bedeutete für mich zusätzlichen Negativ-Einfluss.
Ich konnte mir nicht vorstellen, jemals wieder leistungsfähig zu werden. Mein Gehirn wollte auch nachlassen. Bis zur Pension wäre es noch eine Ewigkeit, wenn ich in Tagen rechne ...
Dann hatte ich aber ein Gespräch mit meiner Mutter. Sie hat andere Symptome, aber die gleiche Krankheit. Und nach durchforsten des Internets nach anderen Meinungen versuchte ich recht bald auf meinen Körper zu hören. Dieser teilte mir offensichtlich mit, dass ihm Thyrex gut tut. In Mengen gut tut, wie es kaum jemand verträgt, schätze ich.
Inzwischen nehme ich (nach vorsichtiger Steigerung) seit über einem Jahr gleichmäßig pro Tag 150µg Wirkstoff zu mir. Bei längerer körperlicher Anstrengung (über Tage) habe ich sogar noch erhöht, um dieses seltsam drückende depressive Gefühl wieder los zu werden. Im Beipacktext steht, dass Antidepressiva in der Wirkung verstärkt werden. Ich finde, dass da was drin sein muss, das viel besser wirkt als AD's. Ich fühlte mich mitunter richtig glücklich, nicht nur Gefühls-heruntergeregelt. Mir war plötzlich nicht mehr so schwerwiegend wichtig, dass ich eben keine Arbeit hatte. Ich sah durchaus Optionen für die Zukunft.
Nun habe ich vor ein paar Monaten meinen beruflichen Lotto-6er gezogen. Ich habe so viel an positiven Rückmeldungen wie noch nie. Ich fühle mich so stark gebraucht an dem Platz, den ich ausfülle. Ich habe gleichzeitig öfter wieder das Gefühl, dass ich zu wenig Medizin nehme. Dabei sagen ahnungslose, desinteressierte Ärzte, dass ich mich in einer Überfunktion zu befinden habe. Das sagt mein TSH. Viel weiter braucht man als Arzt nicht zu lesen. Und die Befindlichkeit des Patienten steht anscheinend auch versteckt auf dem Papier. Sonst wäre das Gespräch etwas länger geworden.
Neben der Medikation hatte ich seelische Unterstützung. Ich hatte Glück, EFT kennen zu lernen. Das erklärt mir mein verändertes Verhaltensmuster in schwierigen Situationen.
Immerhin habe ich so überhaupt keine Anzeichen von Unwohlsein. Schwitzen in der Nacht (extrem, obwohl Kältegefühl) ist nun vorbei. Mein Haarausfall dürfte nach kurzer Umkehr mäßig wieder kommen (macht nichts). Ich fühle mich wieder belastungs-(leistungs-)fähig. Ich lasse inzwischen so manchen Ärger gar nicht an mich heran. Ich agiere insgesamt viel ruhiger als früher, meine ich. Alles geht sich rechtzeitig aus. Ich bin nur sehr beschäftigt, aber Überlastung lasse ich tunlichst nicht mehr zu. Wenn es mir doch passiert, habe ich Thyrex und EFT.
Zu deiner eingangs erwähnten Frage:
Ja, mit den Tabletten ging es mir schon öfters wie früher.
Hoffnung gibt es überall
lg
Manfred