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Hallo Lilli,
mit einer Feinnadelpunktion kannst du n i c h t feststellen, ob es sich um Schilddrüsenkrebs handelt oder nicht. Es wird nämlich nur in eine Stelle gestochen, und es ist leicht möglich, dass das Karzinom sich etwas abseits von der Einstichstelle befindet.
Ich kenne mehrere Fälle, bei denen die Feinnadelpunktion nichts ergab, es sich aber um Krebs handelte, und in vielen Fällen bekommt man auch die Punktion selber kein eindeutiges Resultat, sondern wieder nur ein "verdächtiges" Ergebnis.
5% der kalten Knoten sind bzw. werden bösartig. Entweder man kann mit dieser kleinen Ungewissheit leben oder man zieht es vor, sich die Schilddrüse wegoperieren zu lassen (und muss dann künftig täglich künstliche Hormone nehmen). Und erst bei der Operation bzw. genauer gesagt, durch die Laboruntersuchung danach (selbst der Schnellschnitt ist nicht immer aussagekräftig bzw. zuverlässig) kann man zweifelsfrei feststellen, ob es sich um Krebs handelt oder nicht.
Wenn nun jemand es ablehnt, eine Op zu machen, und bei der Punktion hat er das "Glück", dass eindeutig Schilddrüsenkrebs festgestellt wird, dann bringt ihm/ihr die Schilddrüsenpunktion etwas, weil er/sie vermutlich einer Operation dann zustimmen wird.
Wenn jemand ohnehin zur Op entschlossen ist, ist die Punktion meiner Meinung nach überflüssig. Und wenn jemand sich aufgrund des Ergebnisses einer Punktion in Sicherheit wiegt, und die Ärzte ihn/sie darin bestärken, ist das fahrlässig! Die Sicherheit ist auch bei gutartigem Ergebnis der Punktion nicht größer als die erwähnten 95%. 5% Restrisiko bleiben, ob mit oder ohne Punktion.
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